Sechster Castor-Behälter mit Atommüll auf dem Weg nach Ahaus
Die Serie von Atommüll-Transporten quer durch Nordrhein-Westfalen wird fortgesetzt. Ein weiterer Spezialbehälter ist von Jülich nach Ahaus unterwegs. Für Autofahrer kann das Folgen haben.
Der sechste Castor-Transport ist unterwegs. Christoph Reichwein/dpa pool/dpa
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Autofahrer in Nordrhein-Westfalen müssen wegen eines weiteren Atommüll-Transportes auf Autobahnabschnitten im Rheinland und im Münsterland aktuell mit Sperrungen rechnen. Ein Castor-Behälter mit hoch radioaktiver Altlast wird derzeit mit einem Schwerlasttransporter aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Jülich ins Zwischenlager Ahaus gebracht, wie ein Sprecher der Polizei der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Es ist der sechste Castor seit dem Start der Transporte quer durch NRW seit Ende März.
Die Polizei schützt die unangekündigte Aktion mit Hunderten Beamten am Start- und Zielpunkt sowie auf der Strecke. Die Fahrtroute und Alternativstrecken werden aus Sicherheitsgründen vorab nicht bekanntgegeben. Während der Durchfahrt sperrt die Polizei die betroffenen Autobahnabschnitte. Für die etwa 170 Kilometer lange Route werden etwa vier Stunden benötigt.
Die ersten Transporte ohne Probleme
Zuvor waren bereits die ersten fünf nächtlichen Transporte von jeweils einem Castor-Behälter quer durch NRW in den vergangenen Wochen ohne Zwischenfälle verlaufen. Die Polizei begleitete sie jeweils mit einem Großaufgebot.
In den Behältern werden insgesamt gut 288.000 tennisballgroße Brennelemente aus dem Versuchsreaktor transportiert. Der Reaktor war ein Kugelhaufen-Hochtemperaturreaktor. Die Anlage war von 1967 bis 1988 in Betrieb.
Die Brennstoffe in den Kugeln geben weiterhin radioaktive Strahlung ab und wären außerhalb der Behälter hochgefährlich. In jeden Behälter passen maximal 1.900 Kugeln, die insgesamt rund zwei Kilogramm Brennstoff enthalten. Ein beladener Castor-Behälter wiegt rund 27 Tonnen, ein Sattelzug mitsamt einem vollen Behälter knapp 130 Tonnen.
Insgesamt sollen 152 Castor-Behälter nach Ahaus gebracht werden. Hintergrund ist eine Anordnung der NRW-Atomaufsicht, das Zwischenlager in Jülich zu räumen, weil dort eine Erdbebensicherheit nicht nachgewiesen werden konnte. Bei dem Transport durch Nordrhein-Westfalen handelt es sich in der Summe um einen der größten Atommüll-Transporte auf der Straße seit Jahrzehnten.