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Oberstufenreform in NRW startet zum Schuljahr 2027/28

Schüler in NRW können bald ihre Stärken gezielt ins Abitur einbringen – mit Präsentationen und Projekten. Ein fünftes Abiturfach wird eingeführt. Und auch KI ist in Maßen erlaubt.

Von dpa

08.07.2026

In NRW wird die gymnasiale Oberstufe grundlegend reformiert. (Symbobild)Sina Schuldt/dpa

In NRW wird die gymnasiale Oberstufe grundlegend reformiert. (Symbobild)Sina Schuldt/dpa

© Sina Schuldt/dpa

Die Reform der gymnasialen Oberstufe in Nordrhein-Westfalen mit neuen Prüfungsformaten und einem fünften Abiturfach startet am 1. August 2027. Der Schulausschuss des Landtags stimmte der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung zu. 

Künftig sollen in einem neuen fünften Abiturfach, das in es in meisten Bundesländern schon gibt, Präsentationsprüfungen die schriftlichen und mündlichen Prüfungen des ersten bis vierten Abiturfachs ergänzen. Alternativ ist auf Antrag auch eine besondere Lernleistung als fünfte Prüfungskomponente möglich, wie das Schulministerium mitteilte.

Das sind die Neuerungen:

  • Im fünften Abiturfach bereiten Schülerinnen und Schüler eine Präsentation vor, visualisieren Inhalte und halten einen Vortrag. Daran schließt sich ein Fachgespräch an. Beide Prüfungsteile zusammen dauern mindestens 20 bis maximal 30 Minuten. Auch Gruppenarbeit ist möglich, wobei sich die Prüfungsdauer laut Ministerium „angemessen“ erhöht.
  • Durch das fünfte Abiturfach werden zusätzliche Fächerkombinationen ermöglicht. Damit können Schüler ihre individuellen Begabungen und Interessen stärker in ihre Abiturprüfung einbringen.
  • Verbindliche Projektkurse im Umfang von drei Stunden pro Woche im zweiten Jahr der Qualifikationsphase bereiten künftig auf die 
    Präsentationsprüfungen vor. Allein oder in Gruppen erarbeiten die Schüler dort zum Beispiel künstlerische Arbeiten, kleinere Studien, technische Modelle oder auch naturwissenschaftliche Experimente.
  • Neu sind die sogenannten „gleichwertigen komplexen Leistungsnachweise“ (GKL). Dabei handelt es sich etwa um praktische, schriftliche und mündliche Ergebnisse auch kleinerer Unterrichtsprojekte wie zum Beispiel musikalische Gestaltungen, Debattenbeiträge oder Experteninterviews. Als neues Format der Leistungsüberprüfung ersetzen sie künftig in drei Fächern aus unterschiedlichen Aufgabenfeldern jeweils eine Klausur in der Einführungs- und in der Qualifikationsphase.
  • Beim Erstellen der Präsentationsprüfung oder den gleichwertigen Leistungsnachweisen können die Schüler Künstliche Intelligenz (KI) einsetzen. Voraussetzung ist, dass Art und Umfang kenntlich gemacht werden und der KI-Einsatz bei der Leistungsbewertung „angemessen“ berücksichtigt wird.
  • Die Dauer der Klausuren wird gekürzt: In der Einführungsphase dauern Klausuren künftig 90 Minuten und im ersten Jahr der Qualifikationsphase im Grundkurs ebenfalls 90 Minuten, während für den Leistungskurs 135 Minuten vorgesehen sind. Im zweiten Jahr der Qualifikationsphase gelten dann 135 Minuten im Grundkurs und 180 Minuten im Leistungskurs. Im Abitur sowie in der sogenannten Vorabiturklausur können weiterhin nur die bundesweiten zeitlichen Vorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK) gelten.

Die Neuerungen gelten erstmals für Schülerinnen und Schüler, die zum Schuljahr 2027/28 in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe eintreten und im Jahr 2030 ihre Abiturprüfung ablegen.

Schon im Laufe des ersten Halbjahres des neuen Schuljahres 2026/2027 sollen die Schulen praxisnah auf die Einführung der reformierten Oberstufe in landesweiten Veranstaltungen vorbereitet werden. 

„Mit der Modernisierung der gymnasialen Oberstufe schaffen wir einen zeitgemäßen Rahmen für erfolgreiches Lernen“, erklärte Schulministerin Dorothee Feller (CDU) laut Mitteilung. Kompetenzen wie selbstständiges Arbeiten und Präsentieren, die für Studium, Ausbildung und Beruf immer wichtiger würden, würden gestärkt.

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