Schwarz-Grün verliert leicht, SPD klettert auf 20 Prozent
Die schwarz-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen verliert laut einer Umfrage leicht. Bei den Topthemen liegt die Migration bei den Wahlberechtigten nicht mehr ganz vorne.
Ministerpräsident Hendrik Wüst (r, CDU), und seine Stellvertreterin Mona Neubauer (l, Grüne) behalten derzeit zusammen eine Mehrheit unter den Wahlberechtigten. (Archivbild)Oliver Berg/dpa
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Nach zwei Personalentscheidungen in der Landespolitik verzeichnet die schwarz-grüne Landesregierung laut einer Umfrage leichte Verluste, während die SPD sich von ihrem bisherigen Rekordtief von Juni 2025 erholt. Das ist das Ergebnis des aktuellen NRW-Trends des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des WDR-Magazins Westpol, das der WDR veröffentlicht hat.
Demnach käme die CDU in Nordrhein-Westfalen bei der sogenannten Sonntagsfrage auf 35 Prozent (-4) und die Grünen auf 13 Prozent (-2). Die SPD würde 4 Prozentpunkte zulegen und käme auf 20 Prozent, die AfD mit plus 1 auf 15 Prozent. Die Linke würde mit 6 Prozent (-1) in den Landtag einziehen, die FDP mit 4 Prozent (plus 1) nicht.
SPD-Herausforderer für Wüst
Am 23. Januar hatte die SPD verkündet, dass der Fraktionschef im Landtag, Jochen Ott, der Herausforderer von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) bei der nächsten Landtagswahl im Frühjahr 2027 sein wird. Am 27. Januar war Josefine Paul von den Grünen als Ministerin zurückgetreten. Die Befragung von Infratest dimap war vom 26. bis 29. Januar. Offen ist deshalb, welchen Einfluss diese Personalien auf die Antworten der Wahlberechtigten bei der Frage hatte, welche Partei sie wählen würde, wenn am Sonntag Landtagswahl wäre.
Beim designierten SPD-Spitzenkandidaten zeigten sich die Befragten zumindest in der großen Mehrheit unwissend. Mit 24 Prozent traut sich nur jeder vierte Wahlberechtigte zur Personalie Ott ein Urteil zu.
Regierung behält Mehrheit
Beim Wählerzuspruch würde die Landesregierung trotz der Verluste ihre Mehrheit behaupten. Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit der Arbeit von Schwarz-Grün sind die Werte laut WDR nahezu stabil. 48 Prozent sind unverändert zufrieden mit der Arbeit des Kabinetts von Hendrik Wüst (CDU), 49 Prozent sind unzufrieden (plus 4 Prozentpunkte).
Die Themen Infrastruktur, Straßen- und Schienenverkehr haben bei den Wahlberechtigten das Thema Migration an der Spitze der größten Probleme abgelöst. Dieses Themenfeld haben 23 Prozent der Befragten genannt. Das sind 3 Prozentpunkte weniger als zuletzt. 26 Prozent der Wahlberechtigten geben Infrastruktur, dem Personennahverkehr (ÖPNV) und Verkehr als wichtigstes Problemfeld an. Das sind 6 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Abfrage zu diesem Bereich im April 2024.
Neue Regeln für Teilzeit-Arbeit? Große Ablehnung
Große Ablehnung gibt es zum Vorschlag des CDU-Wirtschaftsflügels, Teilzeit-Arbeit stärker zu regulieren. 70 Prozent der Befragten halten den Vorschlag für falsch. Und auch unter CDU-Anhängern ist eine Mehrheit von 56 Prozent dagegen. Beim Thema Olympia-Bewerbung des Landes NRW für die Region Köln und Rhein-Ruhr ist eine Mehrheit von 57 Prozent dafür.
Die Umfrage ist laut WDR repräsentativ. Vom 26. bis zum 29. Januar wurden dafür in NRW 1.164 Wahlberechtigte telefonisch oder online befragt.