Pflegebedarf im Münsterland wächst bis 2050 besonders stark
Die Babyboomer werden älter - damit steigt in den kommenden Jahrzehnten die Zahl der Pflegebedürftigen auf einen Höchststand. Die Statistiker haben noch mehr Erkenntnisse.
Vor allem im Bereich der stationären Pflege rechnen die Statistiker mit einem Zuwachs. (Symbolbild) Bernd Thissen/dpa
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Das Statistische Landesamt rechnet mit einem Höchststand bei den Pflegebedürftigen im Jahr 2050. Im Münsterland und Teilen Ostwestfalens dürften einer aktuellen Modellrechnung zufolge die Anstiege besonders deutlich ausfallen, wie aus einer Mitteilung der Statistiker von IT.NRW hervorgeht.
Den Vorausberechnungen zufolge werden bis zum Jahr 2050 in Nordrhein-Westfalen knapp 1,7 Millionen Menschen und damit etwa jede zehnte Person pflegebedürftig sein. Das würde einem Zuwachs von über 20 Prozent gegenüber dem Jahr 2023 entsprechen, in dem rund 1,4 Millionen Pflegebedürftige ermittelt wurden.
Der Hintergrund: Im kommenden Vierteljahrhundert erreichen die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer-Generation ein Alter mit hohem Risiko, pflegebedürftig zu werden. Auch wird die Zahl der Hochaltrigen mit Pflegebedürftigkeit im Zeitverlauf ansteigen.
Zuhause oder im Heim?
Vor allem in den Heimen und stationären Pflegeeinrichtungen dürfte die Zahl bis 2050 um rund ein Drittel auf etwa 226.000 Bewohner anwachsen. Die Zahl der Menschen, die von einem ambulanten Pflegedienst versorgt werden, dürfte im gleichen Zeitraum um 28 Prozent zunehmen und dann bei 308.000 liegen.
Für die Zeit nach 2050 erwarten die Statistiker dann insgesamt einen leichten Rückgang der Zahl der Pflegebedürftigen, gefolgt von einem Wiederanstieg auf rund 1,6 Millionen pflegebedürftige Menschen in NRW im Jahr 2070.
Mit der Pflegemodellrechnung soll aufgezeigt werden, welche Auswirkungen der demografische Wandel auf die zukünftige Pflegebedürftigkeit hat, teilte IT.NRW mit. Sie basiere auf der Annahme konstanter Pflegequoten und diene der Orientierung - könne also nicht als präzise Prognose verstanden werden.
Deutliche regionale Unterschiede
Laut Mitteilung des Statistischen Landesamtes fallen die Anstiege in den Kreisen deutlicher aus als in den meisten kreisfreien Städten: Die höchsten Zuwächse bei der Zahl der Pflegebedürftigen werden in den Kreisen Coesfeld (+46 Prozent), Borken (+45 Prozent) und Paderborn (+43 Prozent) erwartet. Für die Ruhrgebietsstädte Hagen, Gelsenkirchen und Herne seien die geringsten Zuwächse (jeweils etwa +7 Prozent) prognostiziert worden.