Politik Inland

Moskauer Prozess gegen Bildhauer Tilly neigt sich Ende zu

Jacques Tilly ist für bissig-satirische Mottowagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug bekannt – auch in der russischen Hauptstadt Moskau. Im Prozess wegen Putin-Beleidigung werden Plädoyers erwartet.

Von dpa

16.03.2026

Im Prozess gegen den deutschen Bildhauer Jacques Tilly in Moskau werden Plädoyers erwartet. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

Im Prozess gegen den deutschen Bildhauer Jacques Tilly in Moskau werden Plädoyers erwartet. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

© Federico Gambarini/dpa

Das umstrittene Strafverfahren der russischen Justiz gegen den deutschen Bildhauer Jacques Tilly unter anderem wegen Beleidigung von Kremlchef Wladimir Putin geht an diesem Montag um 13.30 Uhr (Ortszeit, 11.30 Uhr MEZ) in Moskau weiter. Erwartet werden Plädoyers und eventuell auch ein Urteil. Vorgeworfen wird Tilly, gegen den in Abwesenheit verhandelt wird, vor allem Verunglimpfung der russischen Staatsorgane, zu denen neben Putin als Oberbefehlshaber der Streitkräfte auch Soldaten gehören.

Tilly ist bekannt für bissig-satirische Mottowagen beim Rosenmontagszug in Düsseldorf und hat sich dabei mehrfach kritisch mit dem von Putin befohlenen Angriffskrieg gegen die Ukraine auseinandergesetzt. Besonders ein Wagen im Jahr 2024 hat Ärger in Moskau ausgelöst: Figuren von Putin in Uniform und dem vor ihm knienden Patriarchen Kirill beim homosexuellen Oralverkehr. 

Im Prozess wurden im Tenor gleichlautende Aussagen von drei Zeuginnen verlesen, die sich als gläubige Christinnen nach eigener Darstellung in ihren religiösen Gefühlen verletzt sähen. Auch darauf stehen in Russland hohe Strafen. 

Bei einer Verurteilung drohen Tilly eine Geldstrafe oder mehrere Jahre Haft. Da er selbst nicht in Russland ist, hätte ein Urteil aber keine unmittelbaren Folgen. Allerdings würde es seine Reisefreiheit einschränken, da manche Staaten Auslieferungsabkommen mit Russland haben.

Karte
Das könnte Sie auch interessieren

Politik Inland

zur Merkliste

Trump will mit Kriegsschiffen Handel sichern - wer noch?

Die Folgen des Iran-Kriegs sind weltweit spürbar, auch weil ein wichtiger Handelsweg zum unkalkulierbaren Risiko für Schiffe geworden ist. Trump erwartet Hilfe betroffener Länder. Aber machen die mit?