Politik Inland

Missbrauchsstudie: Stadt Paderborn ändert Straßennamen

Wissenschaftler werfen zwei verstorbenen Erzbischöfen vor, Missbrauchsfälle vertuscht zu haben. Die Stadt reagiert. Unter anderem werden beide Namen aus der Liste der Ehrenbürger gestrichen.

Von dpa

26.03.2026

Der Rat der Stadt Paderborn stimmt über einen Antrag ab, um eine Straße und einen Platz umzubenennen, die die Namen von ehemaligen Kardinälen tragen. Den Erzbischöfen werden schwere Vorwürfe gemacht. (Archivbild) picture alliance / Friso Gentsch/dpa

Der Rat der Stadt Paderborn stimmt über einen Antrag ab, um eine Straße und einen Platz umzubenennen, die die Namen von ehemaligen Kardinälen tragen. Den Erzbischöfen werden schwere Vorwürfe gemacht. (Archivbild) picture alliance / Friso Gentsch/dpa

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Nach der Vorstellung einer Missbrauchsstudie zu sexualisierter Gewalt im Erzbistum Paderborn zieht die Stadt Konsequenzen. Am Abend beschloss der Rat, die Namen der ehemaligen und toten Erzbischöfe Lorenz Jaeger und Joachim Degenhardt aus der Liste der Ehrenbürger zu streichen. Das teilte ein Sprecher der Stadt nach der Ratssitzung mit.

Zudem wurde die Verwaltung beauftragt, die Vorbereitungen dafür einzuleiten, eine nach den beiden benannte Straße und einen Platz umzubenennen. Die Maßnahmen hatte Paderborns Bürgermeister Stefan-Oliver Strate (CDU) dem Stadtrat vorgeschlagen. Der Beschluss wurde laut Stadtsprecher bei drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen angenommen.

Den Kardinälen Jaeger (von 1941 bis 1973 im Amt) und Degenhardt (1974 bis 2002) werfen Wissenschaftler der Uni Paderborn vor, während ihrer Amtszeiten Priester als mögliche Täter geschützt, Fälle vertuscht und Opfer und deren Familien unter Druck gesetzt zu haben. Dabei gibt es Hinweise auf 210 Beschuldigte, die 489 Kinder und Jugendliche missbraucht haben sollen. 

Die Uni betont ausdrücklich, dass es sich hierbei um heute bekannte Fälle handelt. Das Dunkelfeld sei vermutlich noch erheblich größer. Nach der Vorstellung der Studie Mitte März haben sich bereits weitere mögliche Opfer gemeldet.

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