Politik Inland

Atommüll-Transport in NRW: Polizei startet Großeinsatz

Die Polizei bereitet sich auf einen großen Einsatz zum Schutz des Castor-Transportes vor. Umweltschützer und Anti-Atomkraft-Initiativen demonstrieren an mehreren Standorten.

Von dpa

24.03.2026

Polizeifahrzeuge stehen an der Zufahrt zum Forschungszentrum Jülich.Oliver Berg/dpa

Polizeifahrzeuge stehen an der Zufahrt zum Forschungszentrum Jülich.Oliver Berg/dpa

© Oliver Berg/dpa

Die Polizei hat am Abend in Jülich mit einem Großeinsatz zum Schutz eines Atommüll-Transports begonnen. „Wir sind gut vorbereitet auf alle Szenarien und schauen, was der Abend so bringt“, sagte eine Sprecherin. Die Polizei machte keine konkreten Angaben, wann der Castor-Transport rollen soll. Er soll vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus gehen. Atomkraft-Gegner erwarten den Start noch am Abend.

In Jülich und Ahaus gingen die angekündigten Proteste los. In Jülich findet eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum statt. Nach Angaben eines dpa-Reporters sind etwa 20 Teilnehmer vor Ort. „Es wären sicherlich mehr Leute gekommen, aber viele kommen wegen der Polizeisperren nicht durch“, sagte Marita Boslar, Sprecherin des Aktionsbündnisses „Stop Westcastor“.

In Ahaus startete zeitgleich eine Demonstration vom Bahnhof zum Rathaus. Dort findet eine Kundgebung statt. Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland sprach von etwa 250 Teilnehmern. Die Polizei machte keine Angaben zur Zahl der Teilnehmer und Einsatzkräfte. 

Ab 20 Uhr wollen die Atomkraftgegner der Bürgerinitiative Ahaus auch eine nächtliche Dauermahnwache vor dem Zwischenlager einrichten. Die Naturschutzorganisation BUND Nordrhein-Westfalen, die seit Jahren auch juristisch gegen die Transporte kämpft, rief ab 20 Uhr zu einer Mahnwache an einer Brücke der Autobahn 42 bei Duisburg auf. Die Ruhrgebietsstadt befinde sich in der Mitte der Transportstrecke von Jülich nach Ahaus, hieß es.

Atomkraftgegener stehen bei einer Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich.Oliver Berg/dpa

Atomkraftgegener stehen bei einer Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich.Oliver Berg/dpa

© Oliver Berg/dpa

Zahlreiche Transporte nötig

Bei dem Atommüll handelt es sich um rund 300.000 Brennelemente-Kugeln aus einem 1988 abgeschalteten Versuchsreaktor in Jülich. Sie befinden sich in insgesamt 152 Castor-Schutzbehältern, die mit diesem ersten Transport und dann zahlreichen weiteren ins Zwischenlager Ahaus gebracht werden sollen.

Auf der gut 170 Kilometer langen Strecke wird nach bisherigen Angaben voraussichtlich jeweils ein kleiner Konvoi von bis zu vier Schwertransportern unterwegs sein.

Es gibt in Deutschland derzeit noch keine Endlager, in denen auf Hunderttausende Jahre hinweg strahlender Atommüll sicher gelagert werden kann. Stattdessen gibt es sechzehn Zwischenlager, unter anderem in Ahaus.

Polizisten stehen vor dem Forschungszentrum Jülich.Oliver Berg/dpa

Polizisten stehen vor dem Forschungszentrum Jülich.Oliver Berg/dpa

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