Panorama

Schulausfall im Norden - Warnung vor extremer Lage

Starker Schneefall bringt das öffentliche Leben in Teilen Deutschlands durcheinander. Die Situation dürfte sich laut Wettervorhersage am Freitag verschärfen.

Von dpa

08.01.2026

Viele Straßen sind kaum befahrbar.David Hammersen/dpa

Viele Straßen sind kaum befahrbar.David Hammersen/dpa

© David Hammersen/dpa

Wegen des Winterwetters bleiben die Schulen in ganz Niedersachsen und Teilen Schleswig-Holsteins am Freitag für den regulären Schulbetrieb geschlossen. Während es an einigen Schulen Distanzunterricht geben soll, fällt der Unterricht an anderen aus, wie aus einer Übersicht der Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen und Mitteilungen der Landkreise und Städte hervorgeht.

Grund ist meist, dass die Schulbusse nicht fahren. Bereits am Donnerstag blieben deshalb vor allem im Nordwesten viele Schulen zu. 

In Niedersachsen bleiben die Schulen wegen des Wetters dicht. Lars Penning/dpa

In Niedersachsen bleiben die Schulen wegen des Wetters dicht. Lars Penning/dpa

© Lars Penning/dpa

Einige Schulen, vor allem Berufsschulen, sollen Distanzunterricht anbieten. Für die Jahrgänge bis zur zehnten Klasse müssen die Schulen zudem eine Notbetreuung anbieten. Einige Kreisverwaltungen erklärten, dass trotz eines pausenlosen Einsatzes der Räumdienste die Schulbeförderung mit Bussen nicht sichergestellt werden könne – daher falle der Präsenzunterricht aus.

In Schleswig-Holstein sind allgemein- und berufsbildende Schulen in vielen Kreisen betroffen. Dort soll es für die Jahrgangsstufen eins bis sechs ebenfalls eine Notbetreuung geben. Die Schülerinnen und Schüler können dort nach Ministeriumsangaben auf Aufgaben zurückgreifen, die ihnen Lehrkräfte bereits im Rahmen des regulären Unterrichts gegeben haben. Schulen könnten zudem über ihr Lernmanagementsystem Unterrichtsmaterial bereitstellen.

Kräftige Schneefälle in der Nacht

Ab der Nacht erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) „von Südwesten aufkommende, teils kräftige Schneefälle“, die sich bis zur Elbe ausbreiten. Teils gebe es auch Schneeverwehungen. In der Mitte und im Süden Deutschlands werde gefrierender Regen erwartet.

Im Norden können regional bis zu 20 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Christian Charisius/dpa

Im Norden können regional bis zu 20 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Christian Charisius/dpa

© Christian Charisius/dpa

Bei stürmischem Ostwind sind Schneeverwehungen möglich, was zu größeren Behinderungen auf den Verkehrswegen führen kann, warnte der Wetterdienst. Im Süden und Westen Deutschlands soll der Schnee - bei ebenfalls stürmischem, aber aus südwestlichen Richtungen wehendem Wind - bis Freitagfrüh rasch in Regen übergehen. Örtlich besteht dort dann Glatteisgefahr.

„Das wird schon eine extreme Lage“, sagte ein Meteorologe des DWD in Potsdam zum Winterwetter am Freitag. In einem Streifen von der Nordsee bis in den Osten hinein können verbreitet um die 10 oder regional bis zu 20 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Für die Region von Ostfriesland bis Hamburg sowie große Teile Schleswig-Holsteins hat der DWD aktuell eine Unwetterwarnung (Stufe drei von vier) ausgesprochen.

Viele Schulen bleiben zu

Wegen des erwarteten Sturmtiefs „Elli“ bleiben am Freitag auch in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen die Schulen geschlossen. Nach Angaben der zuständigen Behörden gibt es Notbetreuung und teilweise Distanzunterricht. Grund ist meist, dass die Schulbusse nicht fahren und eine sichere Anreise nicht gewährleistet werden kann.

Schon am Donnerstag sind Schulen in der Region und auch auf den nordfriesischen Inseln Amrum und Föhr geschlossen geblieben. Auch andernorts stehen Schulschließungen in Raum, in Sachsen etwa sollen die Schulen selbst darüber entscheiden.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher wandte sich an die Bevölkerung und mahnte zur Vorsicht. „Die Schneefälle der letzten Tage und die aktuelle Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes stellen für unsere Stadt eine Ausnahmesituation dar“, sagte der SPD-Politiker. „Vermeiden Sie unnötige Wege und aufschiebbare Termine. Stellen Sie sich auf die Witterungsbedingungen ein.“

Auch Autofahren wird zum Risiko

Die Schneefahrzeuge haben bei diesem Wetter viel zu tun. Uwe Anspach/dpa

Die Schneefahrzeuge haben bei diesem Wetter viel zu tun. Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

Autofahren kann bei diesen Wetterverhältnissen hochgefährlich sein. Der DWD warnt vor vielerorts spiegelglatten Straßen. Mehrere Polizeistationen meldeten bereits eine größere Zahl an Unfällen und Verkehrsbehinderungen. Wegen des Winterwetters und vielerorts starkem Schneefall sind Streusalz und andere Taumittel in zahlreichen Baumärkten vorübergehend ausverkauft. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei großen Baumarktketten.

Auch die Politik ist betroffen

Inzwischen hat die Wetterlage sogar Auswirkungen auf die deutsche Politik: „Aufgrund der eindringlichen Wetterwarnungen und der damit verbundenen Gefahrenlage sowie den angekündigten Zug- und Flugausfällen, sehen wir uns leider gezwungen, unsere Jahresauftaktklausur am kommenden Freitag und Samstag abzusagen“, teilte Isabelle Fischer, Sprecherin der CDU Deutschlands mit.

Behinderungen bei Bus und Bahn und Flughäfen

Auch der Fernverkehr könnte vom Wetter-Chaos betroffen sein.Bernd von Jutrczenka/dpa

Auch der Fernverkehr könnte vom Wetter-Chaos betroffen sein.Bernd von Jutrczenka/dpa

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Von diesem Donnerstag an werde es auch zu Verspätungen und Zugausfällen im Fernverkehr kommen, schrieb die Deutsche Bahn. „Bitte prüfen Sie, ob Sie Ihre Reise verschieben können“, hieß es. Auch Reisen auf dem Wasser sind betroffen: Einige Fähren von und zu den Ostfriesischen Inseln werden am Freitag voraussichtlich nicht fahren.

In Saarbrücken und andernorts wurde der Busverkehr zwischenzeitlich eingeschränkt. Am Frankfurter Flughafen kam es zu Verspätungen, weil Flugzeuge enteist werden mussten.

An der niedersächsischen Nordseeküste kommt der Fährverkehr weitgehend zum Stillstand. Mehrere Inseln sind am Freitag nicht per Schiff erreichbar - darunter Langeoog, Norderney und Wangerooge.

Viele Straßen sind kaum befahrbar.David Hammersen/dpa

Viele Straßen sind kaum befahrbar.David Hammersen/dpa

© David Hammersen/dpa

Das könnte Sie auch interessieren