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Von wegen echte Heidelbeeren: Es wird gerne mal getrickst

Kapseln, Säfte, Tiefkühlware: Laut Verbraucherzentrale NRW sind echte Waldheidelbeeren selten. Welche Tricks bei vermeintlichem Superfood angewendet werden und worauf Sie achten können.

Von dpa

19.06.2026

Jede zweite Probe fake: Laut Bundesamt für Verbraucherschutz waren viele der als Waldheidelbeeren verkauften Produkte tatsächlich keine echten Wildheidelbeeren, sondern günstigere Ersatzsorten. Und auch in anderer Form ist die Beere oft nicht echt.Sina Schuldt/dpa/dpa-tmn

Jede zweite Probe fake: Laut Bundesamt für Verbraucherschutz waren viele der als Waldheidelbeeren verkauften Produkte tatsächlich keine echten Wildheidelbeeren, sondern günstigere Ersatzsorten. Und auch in anderer Form ist die Beere oft nicht echt.Sina Schuldt/dpa/dpa-tmn

© Sina Schuldt/dpa/dpa-tmn

Ob als Heidelbeeren oder hip klingenden „Blueberries“ auf Englisch - vor allem wegen ihrer Vitamine, wertvollen tiefdunkelblau-violetten Pflanzenstoffen (Anthocyane) und dem Beinamen Superfood ziehen die blaulila Beeren in allen möglichen Formen Kunden an.

Doch was als teure Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus) angeboten wird, entpuppt sich häufig als billige Fälschung, warnt die Verbraucherzentrale NRW. So hätte bereits ein Test des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) 2024 ergeben, dass 50 Prozent der untersuchten Proben aus dem Einzelhandel keine echten Waldheidelbeeren seien. 

Ein besonderes Risiko, für etwas zu bezahlen, das gar nicht in der Packung steckt, gäbe es bei Nahrungsergänzungsmitteln in Kapselform, in denen oft Wildheidelbeerpulver oder Extrakte daraus enthalten sein sollen. 

Welche Tricks Labore herausfanden

Ob Kapseln oder Fruchtsäfte: Die Verbraucherschützer werteten Studien aus, die da auf ganz andere Zusätze kommen: 

  • Die enthaltenen Anthocyane in Nahrungsergänzungskapseln stammten nicht von Heidelbeeren, sondern teilweise aus schwarzem Reis, fand das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe heraus.
  • In Blaubeersäften wurden anstelle von Heidelbeeren künstliche Farbstoffe gefunden, die an Extrakte der indischen Jujube-Frucht und Bananenschalen-Pulver gebunden waren, so eine weitere internationale Studie. 

„Das sind klare Fälle von Lebensmittelbetrug, auch Food Fraud genannt“, erklärt Angela Clausen von der Verbraucherzentrale. Besonders tückisch sei: Diese Produkte sehen aus und schmecken oft wie solche mit dem Original. 

Doch wie kann man Food Fraud bei Blaubeeren erkennen? 

  • Bei Säften könne eine Farbveränderung von Blau zu trübem Rot ein Hinweis auf künstliche Farbstoffe sein. Zudem sollten Verbraucher und Verbraucherinnen bei besonders günstigen Preisen skeptisch sein, vor allem bei Tiefkühlware, Säften oder Pulvern, so Clausen. 
  • Frische echte Waldheidelbeeren erkannt man am dunkel gefärbten Fruchtfleisch, das Innere von Kulturheidelbeeren ist dagegen hell, erklärt die Verbraucherschützerin. 
  • Bei Nahrungsergänzungsmitteln empfiehlt es sich, explizit auf den Anthocyan-Gehalt aus Blau- oder Heidelbeere zu achten.
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