Unfall mit zwei Toten – Angeklagte bestreiten Autorennen
Ein schwerer Unfall auf der Autobahn zwischen Köln und Bonn – eine Mutter und ihre Tochter sterben. Nun sprechen zwei Angeklagte vor Gericht. Sind sie ein Rennen gegeneinander gefahren?
In einem Prozess zu einem Unfall mit zwei Toten bestreiten die beiden Angeklagten, ein Autorennen gemacht zu haben.Rolf Vennenbernd/dpa
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In einem Prozess in Köln zu einem Verkehrsunfall mit zwei Toten bestreiten die beiden Angeklagten ein Autorennen. Die beiden 22-Jährigen gaben vor dem Landgericht Köln zu, auf der Autobahn mit stark überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen zu sein. Sie hätten aber kein Autorennen gemacht, beteuerten sie.
Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern vor, sich 2023 spätabends bei Dunkelheit noch als Heranwachsende auf der Autobahn 555 zwischen Köln und Bonn ein Rennen geliefert zu haben. Fest steht, dass die beiden hochmotorisierten Fahrzeuge sich in einem bestimmten Moment touchierten und dann eines von ihnen mit einem Tempo von ungefähr 200 Kilometern pro Stunde einen Kleinwagen rammte – erlaubte Höchstgeschwindigkeit war 120.
In dem Kleinwagen saßen eine Mutter und ihre Tochter. Ihr Auto explodierte, beide Frauen im Alter von 49 und 23 Jahren starben noch an der Unfallstelle. Laut Anklage waren die heute 22-Jährigen vor der Kollision immer wieder nebeneinander hergefahren und hatten sich gegenseitig überholt.
Zwei Menschen starben in diesem Auto, nachdem sie gerammt wurden. (Archivbild)Sascha Thelen/dpa
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Angeklagter empfindet „tiefe Schuld“
Die beiden Angeklagten waren früher befreundet, doch seit dem Unfall haben sie sich nichts mehr zu sagen. Am ersten Verhandlungstag beantworteten beide Fragen des Vorsitzenden Richters, der Staatsanwältin und der Anwälte. In Teilen unterschieden sich ihre Darstellungen, doch versicherten beide, sich kein Autorennen geliefert zu haben.
„Es ging wirklich nur um den Flow und den Spaß“, sagte der eine. „Mir war gar nicht bewusst, wie ein Rennen aussieht.“ Und: „Ich bin nie ein Rennen gefahren oder einen Wettbewerb gefahren.“ Zu seiner hohen Geschwindigkeit sagte er: „Es war Mist von mir.“ Videos, die sein Beifahrer aufgenommen hatte, zeigen ihn kurz vor dem Unfall bei lauter Musik, teilweise gestikulierend.
Der andere Angeklagte versicherte: „Man ist nicht abstimmig zum anderen Fahrzeug gefahren.“ Beide hätten nur den gleichen Weg zu einem Freund gehabt. In einer von seinem Anwalt verlesenen Stellungnahme erklärte er, „tiefe Schuld“ zu empfinden. Er erkenne an, zu schnell gefahren zu sein. Der Tod der beiden Menschen belaste ihn sehr.
Beifahrer spricht von rücksichtslosem Fahren
Der Beifahrer, der auch das Video aufgenommen hatte, sagte als Zeuge aus, man sei „rücksichtslos“ gefahren. „Auf der A555 haben wir auch von rechts überholt.“ Auf die Frage, ob es um ein Autorennen gegangen sei, sagte der Zeuge: „Davor haben wir noch nie über ein Rennen geredet.“ Sie hätten nur später nach dem Unfall in den Nachrichten gelesen, dass es ein Rennen gewesen sein sollte.
Der Beifahrer in dem anderen Wagen, der ebenfalls als Zeuge aussagte, sagte, unmittelbar nach der Kollision mit dem Kleinwagen habe der Fahrer in den Rückspiegel geschaut und gesagt: „Das Auto brennt.“ „Dann habe ich mich umgeguckt und einen großen Feuerball gesehen.“