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Richtig rundherum fahren in Europas Kreisverkehren

Kreisverkehre in Deutschland und Europa: Zwei Typen können für Unsicherheiten sorgen. Was unterscheidet den „echten“ vom „unechten“ Kreisel und worauf sollten Autofahrer besonders achten?

Von dpa

16.07.2026

Die Vorfahrtsregeln für Kreisverkehre in  Österreich sind im Gegensatz zu Deutschland nicht einheitlich. Ein aufmerksamer Blick auf die Verkehrszeichen ist hier also besonders wichtig.picture alliance/dpa

Die Vorfahrtsregeln für Kreisverkehre in Österreich sind im Gegensatz zu Deutschland nicht einheitlich. Ein aufmerksamer Blick auf die Verkehrszeichen ist hier also besonders wichtig.picture alliance/dpa

© picture alliance/dpa

Wer mit seinem Fahrzeug in den Urlaub fahren will, sollte sich genau auf die jeweils gültigen Verkehrsregeln im Ziel- oder Transitland einstimmen. Wer die Regeln nicht beherrscht, macht den Straßenverkehr gefährlicher und riskiert Bußgelder.

Selbst nur leicht von denen in Deutschland abweichenden Regeln können für Urlaubsfahrer laut Auto Club Europa (ACE) zu Unsicherheiten, Missverständnissen und schlimmstenfalls Unfällen führen. Ein Beispiel sind Kreisverkehre. Gut: Hier gelten in den meisten europäischen Ländern die gleichen Grundregeln, schildert der Verkehrsclub. Aber kennen Sie diese?

Wer im Kreisverkehr fährt, hat Vorfahrt - meistens

Man muss dabei grundsätzlich zwei Typen unterscheiden:

Typ1: Vorfahrt für alle im Kreisel: Wenn in Deutschland der Verkehr im Kreisel Vorrang hat, wird das an jeder Einfahrt wie folgt angezeigt: Das runde blaue Schild mit den drei weißen Pfeilen (Verkehrszeichen 215, „Kreisverkehr“) steht dort in Kombination mit dem dreieckigem rot-weißen „Vorfahrt gewähren“-Schild (Verkehrszeichen 205). Das entspreche auch der üblichen Praxis unter anderem in:

  • Belgien
  • Kroatien
  • Luxemburg
  • Niederlande
  • Österreich
  • Schweiz
  • Slowenien
  • Spanien

sowie bei den überwiegend anzutreffenden Kreisverkehren in:

  • Frankreich
  • Italien
  • Polen
  • Tschechien

Wer in so einen Kreisverkehr einfährt, sollte sein Tempo früh genug drosseln und den fließenden Verkehr passieren lassen. Wer rausfährt, muss in europäischen Ländern blinken, damit die Nachfolgenden die Fahrabsicht rechtzeitig erkennen können.

Typ 2 - der „unechte“ Kreisverkehr: Wenn sich nur ein Kreisverkehr-Schild allein oder sogar gar kein Schild bei den Einfahrten befindet, gilt vor jeder Einmündung die Regel rechts vor links. Sprich, die im Kreisel Fahrenden haben grundsätzlich keinen Vorrang. Man spricht hierbei von „unechten Kreisverkehren“. Denn aus straßenverkehrsrechtlicher Sicht handelt es sich laut ACE um eine Kreuzung - mit kreisförmiger Verkehrsführung.

So steht dann meist ein Schild „Vorfahrt gewähren“ an jeder Ausfahrt. Der Kreiselverkehr muss den Einfahrenden Vorrang gewähren. Solche Regelungen kann es laut ACE in mehreren europäischen Ländern geben, darunter:

  • Frankreich
  • Italien
  • Kroatien
  • Österreich
  • Polen
  • Tschechien
  • Deutschland

Es ist daher immer wichtig, auf die Beschilderung respektive fehlende Verkehrsschilder zu achten, so der ACE. Denn eine runde Verkehrsführung allein bedeutet nicht immer, dass der Verkehr im Kreisel Vorfahrt hat.

Spezialitäten anderer Länder

In Großbritannien werden Kreisverkehre wegen des Linksverkehrs im Uhrzeigersinn befahren. Im Prinzip sei die Vorfahrtsregel also wie in Deutschland, aber spiegelverkehrt. Und hier wird auch noch anders geblinkt als gewohnt: So wird die gewünschte Fahrtrichtung bereits vor dem Einfahren in den Kreisel angezeigt

Wer an der ersten Ausfahrt raus will, blinkt bereits beim Einfahren links. Wer geradeaus weiter will, blinkt erst vor dem Verlassen des Kreisverkehrs. Wer zu einer späteren Ausfahrt weiterfahren will, blinkt beim Einfahren zunächst rechts und später beim Verlassen des Kreisverkehrs links.

Speziell in den Niederlanden sollte man im Kreisverkehr den Radlern „besondere Aufmerksamkeit“ schenken, so der ACE. Denn an vielen niederländischen Kreisverkehren laufen demnach eigenständige Radwege. Je nach Beschilderung vor Ort haben Radler häufig Vorrang, notiert der Club.

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