Panorama

Kind entführt - Gal Gadot spielt Mutter auf Rettungsmission

Eine Anwältin rast in dem neuen Amazon-Thriller „The Runner“ durch London, um ihren Sohn zu finden. Weil die Israelin Gal Gadot die Hauptrolle spielt, wurden die Dreharbeiten des Films behindert.

Von dpa

02.09.2026

Die Anwältin Maia Marten, gespielt von Gal Gadot, muss in „The Runner“ ihren entführten Sohn retten.MGM Studios/Amazon/dpa

Die Anwältin Maia Marten, gespielt von Gal Gadot, muss in „The Runner“ ihren entführten Sohn retten.MGM Studios/Amazon/dpa

© MGM Studios/Amazon/dpa

Panisch rennt Maia Marten durch London, um das Leben ihres entführten Sohns zu retten. Und schnell wird klar, selbst wenn sie ihr Ziel rechtzeitig erreicht, muss die Anwältin (Gal Gadot) etwas Schlimmes tun, ehe sie ihr Kind wieder in die Arme schließen kann. Jetzt ist der Film „The Runner“ bei Prime Video zu sehen.

Der Thriller von Regisseur Kevin Macdonald („One To One: John & Yoko“ und „Klitschko - Der härteste Kampf“) zieht seine Spannung nicht aus der Frage, wer das Kind gekidnappt hat oder warum, denn die Entführung steht in Zusammenhang mit Maias Arbeit. Stattdessen steht die Frage im Fokus, wie die hochkarätige Anwältin die schonungslosen Anweisungen des Entführers befolgen will. Immer wieder kommen Ereignisse, Menschen oder die Erschöpfung der rennenden Mutter dazwischen. 

Bei den Dreharbeiten zu „The Runner“ habe sie sich die Füße gebrochen, berichtete Gadot kürzlich dem US-Magazin „People“. „Ich habe den Film an Krücken zu Ende gebracht“, sagte sie weiter. Inzwischen sei sie aber wieder genesen. 

Dreharbeiten wegen Israelin Gadot behindert

Weil mit Gadot („Wonder Woman 1984“, „Schneewittchen“) eine israelische Darstellerin in dem Thriller mitspielt, wurden die Dreharbeiten von „The Runner“ in London im vergangenen Jahr behindert. Die dortige Polizei nahm deshalb mehrere Menschen fest. 

Gadot hatte sich nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 in Israel und dem anschließenden Gaza-Krieg solidarisch mit den Opfern in Israel gezeigt. Ihre Haltung zum Gaza-Krieg wurde mitunter als einseitig interpretiert.

Die 41-Jährige wurde deshalb auch angefeindet. Zudem gab es Aufrufe zum Boykott ihrer Filme wegen Israels Vorgehen im Gaza-Krieg. Medienberichten zufolge wurde auch ihr Stern auf Hollywoods „Walk of Fame“ beschmiert. Die Schauspielerin leistete in Israel Wehrdienst, der dort auch für Frauen verpflichtend ist. 

Kurzweiliger Film, aber wenig originell

In der Rolle der Maia ist Gadot nun als erfolgreiche Einwanderin zu sehen, die ihr Leben in London fest im Griff hat - bis der Anruf des Entführers bei einer morgendlichen Joggingrunde alles ins Wanken bringt. In dem nicht einmal 90-minütigen Film gibt es einige Wendungen, vor allem dank der klugen Protagonistin. Sehr originell ist „The Runner“ dennoch nicht. Auch die Figur der Maia kommt trotz eines Traumas in ihrer Vergangenheit, das schließlich offengelegt wird, zu glatt daher. 

Immer wieder reißt der Thriller gesellschaftskritische Themen an. Zu Beginn etwa werden Menschen am Handy gezeigt, die die Welt um sich herum völlig ausblenden. Später braucht Maia bei ihrer verzweifelten Jagd eine helfende Hand und kritisiert Umstehende, weil sie nur auf ihre Telefone starren. Der Film geht dem aber nicht weiter nach. Am Ende ist „The Runner“ ein kurzweiliger Thriller, in die Tiefe aber geht er nicht.

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