Panorama

Keine komplette Ruhe vor dem Sturm auf den Autobahnen

Die Sommerferien haben noch nicht begonnen, flächendeckend wird mit wenig Reiseverkehr gerechnet, doch durch unter anderem Baustellen und Vollsperrungen sind Staus mancherorts wahrscheinlich.

Von dpa

15.06.2026

Noch keine Sommerferien – aber die Autobahnen füllen sich trotzdem schon. Baustellen, Großevents und einzelne Vollsperrungen können den Flow fast überall stören.dpa-infografik GmbH/dpa-tmn

Noch keine Sommerferien – aber die Autobahnen füllen sich trotzdem schon. Baustellen, Großevents und einzelne Vollsperrungen können den Flow fast überall stören.dpa-infografik GmbH/dpa-tmn

© dpa-infografik GmbH/dpa-tmn

Noch einmal richtig tief durchatmen - denn noch haben in keinem Bundesland die Sommerferien begonnen. Der Reiseverkehr dürfte am kommenden Wochenende insgesamt noch „moderat“ ausfallen, schätzt der Auto Club Europa (ACE). Dennoch sei der Verkehrsfluss auf nahezu allen Autobahnen in Deutschland beeinträchtigt.

Auch der ADAC teilt diese Einschätzung in seiner Stauprognose. Zwar stünden die Chancen gut, auf Deutschlands Autobahnen ohne lange Staus unterwegs zu sein. Doch mancherorts dauert es länger. So dürften zum einen am letzten Wochenende vor Beginn des „Sommerferien-Korridors“ viele in den Urlaub aufbrechen, die nicht an solche Termine gebunden sind. Auch der Ferienbeginn in Teilen Skandinaviens sorgt dafür, dass viele mit dem Auto in Richtung Süden starten.

Großveranstaltungen, Baustellen und Vollsperrungen

Dazu kommen mehrere regionale Großveranstaltungen wie etwa Festivals (Hurricane-Festival in Scheeßel), das DTM-Rennwochenende auf dem Lausitzring oder Fahrradsternfahrten in Hamburg, Stuttgart und Köln am Sonntag (21. Juni). Das dürfte auf den entsprechenden An- und Abreiserouten oder in den jeweiligen Städten für Behinderungen sorgen.

Nadelöhre bilden jeweils die rund 1.000 Baustellen auf deutschen Autobahnen und einige Vollsperrungen - unter anderem auf Teilstücken der A 1, A 4, A 5, A 7, A 27, A 40, A 43, A 44, A 59 und A 565.

Unter anderem ist etwa die A 1 (Bremen – Lübeck) nicht ganz befahrbar. So wird die Strecke zwischen Hamburg-Harburg und Hamburg-Stillhorn wegen Brückenarbeiten gesperrt. Der ADAC hat dazu eine Extra-Seite im Netz eingerichtet. Demnach dauert die Fahrbahnsperrung von Bremen in Richtung Lübeck von Freitag, 22.00 Uhr, bis Montag, 5.00 Uhr.

Wichtig bei dieser und anderen Sperrungen: Manche witterungsabhängige Arbeiten könnten sich kurzfristig verschieben. Geänderte Sperrzeiten seien daher nicht ausgeschlossen.

Der ACE und der ADAC erwarten in den Großräumen Hamburg, Stuttgart und München sowie auf folgenden Autobahnen mehr Verkehr und Staus (oft in beiden Richtungen):

Insgesamt verlaufe die Fahrt durchs benachbarte Ausland „weitgehend ohne größere Zwangsaufenthalte“, schätzt der ADAC die Lage ein. Allerdings: Dem üblichen Stau während der Rushhour in den Ballungsräumen und an Baustellen entgehe niemand.

Für Österreich erwarten die Verkehrsclubs grundsätzlich keine größeren Verzögerungen auf den Transitstrecken. Aber: Baustellen sind das Stichwort. Die gibt es etwa auf der Brennerautobahn aufgrund der Generalsanierung der Luegbrücke. Dort kann es gerade zu Stoßzeiten immer wieder zu Verzögerungen und Staus kommen. Der ADAC stellt online weitere Informationen bereit. Auch auf dem nicht mehr grundsätzlich gesperrten Reschenpass (B 180) ist weiterhin mit Behinderungen zu rechnen.

Zudem weisen die Clubs auf Restriktionen auf den Ausweichstrecken in Tirol hin. So gelten laut ADAC hier seit 1. Mai generell Abfahrtssperren und Fahrverbote an Samstagen, Sonn- und Feiertagen auf den Ausweichstrecken im Raum Reutte (Fernpassroute), Kufstein (Inntalautobahn) und im Großraum Innsbruck für den Transitverkehr.

Wartezeiten an den Grenzen sind weiter möglich

Wegen der stichprobenhaften Einreisekontrollen an der deutschen Grenze kann es speziell an den Übergängen von Österreich – Suben (A 3), Walserberg (A 8) und Kiefersfelden (A 93) – zu Wartezeiten kommen.

Die aktuellen Reisezeiten in Echtzeit lassen sich für viele wichtige Transitkorridore des österreichischen Autobahnnetzes in nördlicher und südlicher Richtung auf der Website der Asfinag ansehen.

Auch in der Schweiz geht es meist reibungslos

In der Schweiz rechnet der ACE mit Ausnahme des Berufsverkehrs am Freitag mit einem insgesamt mäßigen Urlaubsverkehr. Auch hier kann es natürlich vor Baustellen sowie nach Unfällen zu Staus und stockendem Verkehr kommen.

Auf der Gotthardroute sorge zusätzlicher, ferienunabhängiger Reiseverkehr für „eine etwas erhöhte Belastung“. Doch erwartet der ACE für dieses Wochenende keine längeren Wartezeiten vor dem Gotthardtunnel.

Das könnte Sie auch interessieren