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Dark Patterns: Lassen Sie sich keinen Druck machen

Ein Angebot, das nur noch fünf Minuten gilt, ein riesiger „Alles akzeptieren“-Button: Sogenannte Dark Patterns wollen zum schnellen Kaufen oder Einwilligen verleiten. So schützt man sich.

Von dpa

05.02.2026

Daten, Abos, Verträge: Dark Patterns sind manipulative Designs oder Prozesse, die User einer Website zu einer Handlung verleiten sollen.picture alliance/dpa/dpa-tmn

Daten, Abos, Verträge: Dark Patterns sind manipulative Designs oder Prozesse, die User einer Website zu einer Handlung verleiten sollen.picture alliance/dpa/dpa-tmn

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Jeder kennt es von den Cookie-Bannern: Für das Ablehnen braucht es mehrere Klicks, das Einwilligen geht fix per großem, grünem Button. Dark Patterns sind bewusst gestaltete Design-Elemente auf Webseiten und in Apps, die Verbraucher in eine Richtung lenken sollen, die hauptsächlich den Anbietern zugutekommt. 

Diese manipulativen Techniken werden immer häufiger eingesetzt und können zu unüberlegten Entscheidungen, unerwünschten Abonnements oder der Preisgabe sensibler Daten führen. „Es kann eine Irreführung darstellen, wenn es scheinbar nur einen Weg gibt, den man gehen kann“, fasst Parsya Baschiri das Prinzip von Dark Patterns zusammen. 

Um ihnen nicht auf den Leim zu gehen, rät der Rechtsexperte bei der Verbraucherzentrale Bremen vor allem dazu, sich Zeit zu nehmen. Also genau hinsehen, bei wem man überhaupt einkauft. Nicht zu schnell die kleinen Häkchen setzen, sondern nachsehen, wozu man da sein Okay gibt.

Mit genug Zeit und ohne Druck

„Lesen Sie auch das Kleingedruckte“, sagt Parsya Baschiri. „Bei einer vermeintlich kostenlosen Sache kann es sich auch um ein Abo handeln.“ Ein gesundes Misstrauen ist bei all diesen Design-Elementen angesagt, denn Dark Patterns wollen im Sinne des Anbieters manipulieren - das tun sie oft mit Druck und scheinbarem Zwang.

„Unternehmen wollen verkaufen und einen dazu bringen, so viel wie möglich zu konsumieren“, sagt der Rechtsexperte. Er empfiehlt, vor jedem Kauf zu überlegen, ob man das, was man kaufen wolle, wirklich brauche. Oder, im Sinne der Nachhaltigkeit, ob es immer das Neueste und Aktuellste sein muss. 

Viele lassen Dark Patterns kalt

Online-Shoppenden sind solche Dark Patterns jedenfalls durchaus bewusst. Das ergab eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research für den IT-Branchenverband Bitkom. Allerdings geben die meisten von ihnen an, dass solche manipulativen Elemente sie nicht beeinflussen.

Beispiel: Eine große Mehrheit der online Einkaufenden (84 Prozent) registriert zwar die Hinweise zu begrenzter Verfügbarkeit. Mehr als jeder Zweite von ihnen (53 Prozent) lässt sich nach eigener Aussage davon nicht beeindrucken. Zumindest ungefähr jeder Sechste (16 Prozent) kauft jedoch nach so einem Hinweis schneller.

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