Brotkäfer in der Vorratskammer: Was gegen sie hilft
Fraßspuren und Gespinste: Wer sich Larven vom Brotkäfer eingefangen hat, muss unter Umständen vieles wegwerfen. Wie wird man die Insekten wieder los?
Die Larven des Brotkäfers können ganz schön viel Schaden anrichten.H. Bellmann/blickwinkel/dpa-tmn
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Hier ist der Name nur teilweise Programm: Brotkäfer - oder besser gesagt ihre Larven - fressen zwar durchaus allerlei Getreideprodukte. Aber eben nicht nur. Laut dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) finden sie auch Schokolade, Tee, Zucker, Suppenwürfel und Hundekuchen genießbar.
Und auch wenn die Käfer keine Krankheiten übertragen und nicht gefährlich sind, können ihre Larven ganz schön viel Schaden anrichten. Denn auch Haushaltsdinge wie Körnerkissen sind vor den Larven der länglich-ovalen, rot- bis dunkelbraunen Brotkäfer, nicht sicher. Manchmal steht sogar Tapetenkleister auf ihrem Speiseplan.
Überhaupt Kleister: Das Deutsche Historische Museum berichtet etwa, dass auch verkleisterte Papiere und historische Bücher durch den Brotkäfer gefährdet sind. Im Volksmund wurde er, so schreibt es das Museum auf seiner Webseite, daher auch „Bücherwurm“ genannt.
Auf Gespinste achten
Einschleppen kann man sich die Käfer beziehungsweise ihre Larven etwa, indem man bereits befallene Produkte kauft. Erkennen kann man so einen Befall dann vor allem an den Gespinstfäden und Verklebungen, die die Larven hinterlassen. In Papier- oder Papppackungen sieht man manchmal auch Fraßspuren. Die Öffnungen, durch die die geschlüpften Käfer aus den befallenen Produkten wieder heraus gelangen, können ebenfalls sichtbar sein: als etwa stecknadelkopfgroße Löcher.
Vorbeugen ist übrigens schwierig. Die Larven des Brotkäfers können sich auch durch kleine Ritzen und Klebe- oder Schweißstellen an Kartons und Folienverpackungen beißen. Hier helfen am ehesten eine kühle Temperatur unter 18 Grad und luftdichte Verpackungen im Vorratsschrank. Doch Vorsicht: Laut Laves eignen sich normale Plastikdosen nicht. Besser sind Behälter mit Gummidichtung wie zum Beispiel Einmachgläser mit Schnappverschluss.
Erwachsene Käfer kommen einfach durchs offene Fenster ins Haus.
Den Larven einheizen
Hat man sich die Käfer erst mal eingefangen, sollte man die Vorratsschränke sorgfältig bis in jede Ritze reinigen und auch Lebensmittel, die in der Nähe lagern und augenscheinlich nicht befallen wirken, am besten drei Tage lang bei minus 18 Grad Celsius in die Tiefkühltruhe packen. So kann man Larven oder Käfer, die sich doch verborgen haben, loswerden. Eine Alternative laut Umweltbundesamt: den Backofen bei mindestens 60 Grad Celsius für eine Stunde anwerfen und geeignete Dinge hier erhitzen. Auch das überleben die Larven und Käfer demnach nicht.
Herumlaufende Käfer kann man wegsaugen. Den Staubsaugerbeutel sollte man danach am besten im Gefrierschrank lagern. So können die Schädlinge nicht aus dem Beutel entkommen, rät das Laves.
Befallene Lebensmittel muss man aber in jedem Fall entsorgen. In ihnen vermehren sich auch Milben und Schimmelpilze schneller, so das Umweltbundesamt - und sie sind nicht mehr genießbar. Feste Lebensmittel wie Nudeln oder Nüsse sollte man für ein paar Minuten abkochen, bevor man sie in den Müll wirft. Alles andere kann man vorher ein paar Tage lang einfrieren, um die Insekten wirklich loszuwerden.
Nahrungsquelle Bücher: Der Brotkäfer, auch als Bücherwurm bekannt, findet nicht nur Papier lecker, sondern auch Buchleim, Klebstoffe und Leder.picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
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