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Bio-Wasser, aber ohne EU-Bio-Siegel? Warum das Logo fehlt

Sie wählen Bio-Mineralwasser im Supermarktregal, finden aber kein grünes EU-Logo drauf? Warum das Siegel fehlt und was private Zertifizierungsstellen stattdessen prüfen, erklären Verbraucherschützer.

Von dpa

05.03.2026

Nachhaltigkeit zählt: Wer ökologisch handeln möchte, sollte Mineralwasser in Mehrwegflaschen kaufen und auf regionale Quellen achten.Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn

Nachhaltigkeit zählt: Wer ökologisch handeln möchte, sollte Mineralwasser in Mehrwegflaschen kaufen und auf regionale Quellen achten.Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn

© Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn

Wer Bio-Produkte bevorzugt, greift vielleicht im Supermarkt auch zu Bio-Mineralwasser. Aber haben Sie auf den Flaschen auch schon das EU-Bio-Siegel vermisst? Anders als bei Obst, Gemüse, Milch oder Fleisch sucht man das grüne Logo mit dem aus Sternen angedeutetem Blatt jedoch vergeblich. Das hat einen Grund. 

Wasser gilt nicht als landwirtschaftlich erzeugtes Lebensmittel und fällt deshalb nicht unter die Regelungen der EU-Öko-Verordnung. Daher trägt es auch nicht dieses Siegel, erklärt die Verbraucherzentrale Bayern. Die Bezeichnung „Bio-Mineralwasser“ sei aber dennoch erlaubt. 

Höhere Anforderungen an Bio-Wasser 

„Der Bundesgerichtshof hat 2012 entschieden, dass entsprechende Produkte höhere Anforderungen erfüllen müssen als das für herkömmliches Mineralwasser gesetzlich vorgeschrieben ist“, erklärt Anja Schwengel-Exner, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale. 

Doch wer legt die höheren Anforderungen fest? Das übernehmen private Zertifizierungsstellen, die laut Schwengel-Exner auch deren Kriterien und Kontrollintervalle für das Bio-Mineralwasser genau erfüllen müssen. Das könnten neben Grenzwerten für Inhaltsstoffe Vorgaben für Umweltaspekte, Nachhaltigkeit, Verpackung sowie soziale Standards sein. Eine staatliche Kontrolle dieser zusätzlichen Standards gibt es nicht. Derzeit sind zwei verschiedene Siegel mit jeweils unterschiedlichen Anforderungsprofilen im Umlauf: das „Bio-Mineralwasser-Siegel“ und das Siegel „Premiummineralwasser in Bio-Qualität“. 

Mineralwasserverordnung an sich schon mit starken Vorgaben

Unabhängig von diesen Zusatz-Siegeln muss laut Verbraucherschützer jedes Mineralwasser allerdings Anforderungen der Mineral- und Tafelwasserverordnung erfüllen. Es muss von natürlicher Reinheit sein und aus vor Verunreinigungen geschützten, unterirdischen Quellen stammen. Für unerwünschte Bestandteile wie Nitrat, Kupfer oder Blei gelten feste Grenzwerte, die nicht überschritten werden dürfen. 

Was man selbst aus Öko-Sicht tun kann 

Wer beim Kauf von sich aus ökologische Aspekte berücksichtigen möchte, sollte Mineralwasser in Mehrwegflaschen kaufen und Quellen aus der Region bevorzugen, so die Verbraucherzentrale. Das reduziere Transportwege und schone Ressourcen.

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