Panorama

Ballungsräume in Hessen melden die meisten Tötungsdelikte

Die Zahl der Tötungsdelikte in Hessen bleibt stabil. Warum Ballungsräume besonders betroffen sind und wie die Polizei die Fälle aufklärt.

Von dpa

02.01.2026

Die meisten Täter sind Männer, oft aus dem Umfeld der Opfer. (Symbolbild)Marcus Brandt/dpa

Die meisten Täter sind Männer, oft aus dem Umfeld der Opfer. (Symbolbild)Marcus Brandt/dpa

© Marcus Brandt/dpa

Trotz Bevölkerungswachstum ist die Zahl der Tötungsdelikte in Hessen in den vergangenen Jahren stabil geblieben. Nach Angaben des Hessischen Landeskriminalamtes (HLKA) wurden von 2020 bis 2024 insgesamt 1.364 Fälle zu Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) registriert. Dabei handelte es sich um 989 versuchte und 375 vollendete Taten. „Die Fallzahlen unterliegen, ungeachtet des jährlich steigenden Bevölkerungswachstums, lediglich moderaten Schwankungen“, teilte das HLKA mit.

Seit dem Jahr 2020 mit 361 Fällen seien sie kontinuierlich gesunken. Im Jahr 2024 konnte erstmalig ein leichter Anstieg auf 276 Fälle verzeichnet werden. Für 2025 konnte das HLKA noch keine konkreten Fallzahlen nennen. Sie sollen den Angaben zufolge im Frühjahr veröffentlicht werden. In der Tendenz zeigten sich jedoch ähnliche Fallzahlen wie im Vorjahr, hieß es.

Regionale Schwerpunkte und hohe Aufklärungsquote

Regionale Schwerpunkte im Bereich der Tötungsdelikte zeigten sich in Hessen - wie auch in anderen Deliktsbereichen - vor allem in den Ballungsräumen, wie dem Rhein-Main-Gebiet. „Dies ist in erster Linie auf die große Bevölkerungsdichte zurückzuführen“, erklärte das HLKA.

Allein in Frankfurt am Main wurden demnach in den Jahren 2020 bis 2024 im Durchschnitt rund 22 Prozent aller Tötungsdelikte begangen. Die fünf am häufigsten registrierten Örtlichkeiten sind den Angaben zufolge Frankfurt (302 Fälle), Wiesbaden (80 Fälle), Kassel (54 Fälle), Hanau (40 Fälle) und Offenbach (30 Fälle).

Die Aufklärungsquote im Bereich der Tötungsdelikte liegt laut dem HLKA konstant auf einem sehr hohen Niveau. „Tötungsdelikte gehören regelmäßig zu den am besten aufgeklärten Straftaten“, hieß es. „In den meisten Fällen bestehen persönliche Beziehungen zwischen Tatverdächtigen und Opfern, was die Ermittlungsarbeit unterstützt.“

Tatverdächtige überwiegend erwachsene Männer

Hinsichtlich der Tätermerkmale zeige sich ein bekanntes und über Jahre stabiles Muster, hieß es. So seien Tatverdächtige mit einem Anteil von fast 90 Prozent überwiegend männlich. Der Schwerpunkt liege im Erwachsenenalter, insbesondere zwischen jungem und mittlerem Erwachsenenalter. Ein Großteil der Taten ereignet sich im sozialen Nahraum, etwa in Partnerschaften, Familien oder im persönlichen Umfeld.

„Zusammenfassend zeigt sich die Sicherheitslage im Bereich der Tötungsdelikte stabil, die hohe Aufklärungsquote, das Fehlen außergewöhnlicher regionaler Häufungen und die bekannten Täter-Opfer-Konstellationen sprechen gegen eine strukturelle Verschärfung der Lage“, bilanzierte das HLKA. Prävention, frühzeitige Intervention bei Gewalt im sozialen Nahraum sowie konsequente Strafverfolgung blieben weiterhin zentrale Schwerpunkte der polizeilichen Arbeit, betonte die Behörde.

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