Auf dem Grundstück: Was hilft gegen Ratten - und was nicht?
Hilfe, Ratten vor der Haustür und im Hof? Warum Vorbeugen hier am besten ist - und was das Kümmern um andere Tiere damit zu tun haben kann.
Rattenproblem? Wie man Ratten gar nicht erst anlockt – und was im Ernstfall hilft.picture alliance/dpa
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Berlin (dpa/tmn): Gern gesehen sind sie selten – und mancherorts präsenter als gewünscht: In Berlin sind im vergangenen Jahr beispielsweise 8.734 Bekämpfungsmaßnahmen gegen Ratten durchgeführt worden, so das dortige Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso). Auf der Insel Föhr, die früher als rattenfrei galt, sorgten Ratten in den vergangenen Wochen für Medienaufmerksamkeit - und die ein oder andere Schlagzeile. Doch was kann man eigentlich tun, wenn man Ratten auf dem eigenen Grundstück oder im Haushof sichtet?
Eine ganz einfache Antwort darauf gibt es nicht. Sinnvoll ist es allerdings, sich erst mal zu fragen: Warum sind die Ratten eigentlich hier? Und das liegt nicht selten am Verhalten der Menschen vor Ort – oder anders gesagt: Daran, das die Nager dort genug zu Essen finden.
„Meist handelt es sich um Futterquellen, wie etwa Speisereste auf dem Kompost, offene Mülllagerung, für Ratten zugängliches Haus- oder Nutztierfutter, Vogel-, Igelfütterung oder Speisereste, die illegal über die Kanalisation entsorgt werden“, erklärt Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu).
Wer Ratten gar nicht erst anlocken will, sollte Speisereste also beispielsweise nie ins Klo werfen - und am besten auch nicht auf den Kompost im Garten. Und wer Kaninchen oder Hühner hält, achtet laut Umweltbundesamt besser gut darauf, dass keine Futterreste der Tiere herumliegen.
Festmahl für Ratten: Lebensmittelreste besser nicht über die Toilette oder den Kompost entsorgen.picture alliance/dpa/dpa-tmn
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Vorsicht bei der Vogelfütterung
Das ist übrigens auch das Problem beim Vogelfüttern im Garten. Julian Heiermann zufolge ist es „schwierig bis unmöglich, das Vogelfutter derart anzubieten, dass Ratten nicht davon profitieren, weil immer etwas davon auf den Boden fallen kann und Ratten zudem sehr gut klettern und springen können.“ Eine Ausnahme stellten Balkone dar, die für Ratten unzugänglich sind.
Doch was, wenn man die nicht hat, aufs Vogelfüttern aber nicht verzichten will? „Futterspender, die sich aufhängen lassen und mit einem Auffangteller für herunterfallendes Vogelfutter versehen sind, wären noch die beste Möglichkeit“, so Heiermann.
Übrigens: Wer Gerümpel und Abfälle auf dem Grundstück lagert, begünstigt laut Umweltbundesamt ebenfalls die Ansiedlung von Ratten. Denn dort finden die Tiere ungestörte Nistplätze.
In die Falle locken?
Das Problem: Oft hat man alleine keinen allzu großen Einfluss darauf, was an Nahrungsmitteln und Gerümpel im Hof und auf der Straße landet. Heiermann empfiehlt hier also etwa das Gespräch mit den Nachbarn zu suchen.
Von mechanischen Fallen rät das Umweltbundesamt hingegen ab. Wanderratten ließen sich damit nur schwer fangen – und je nach Fallentyp bestünde aufgrund der hohen Schlagkraft Verletzungsgefahr für Kinder und Haustiere. Auch Julian Heiermann vom Nabu spricht sich gegen Fallen aus: „Setzt man lediglich Fallen oder Gift ein, so verändert dies nichts an der Ursache, es wird den Tieren nicht gerecht und man muss damit rechnen, dass man weiterhin ein „Rattenproblem“ haben wird, da die Ratten eine hohe Vermehrungsrate haben oder einfach neue Ratten hinzuwandern.“
Die Anwendung von Rattengift unterliege in Deutschland zudem strengen Regelungen „und es besteht die Gefahr, dass Haus- und Wildtiere in Mitleidenschaft gezogen werden“, so Heiermann.
Mit Gittern gegen Ratten
Ein paar mechanische Tricks kann man aber anwenden, um zu verhindern, dass die Ratten vom Grundstück ins Haus gelangen. Das Umweltbundesamt nennt etwa spezielle Rückstauklappen, die verhindern sollen, dass Ratten über die Abwasserrohre eindringen können. Fensteröffnungen kann man durch Gitter, Tür- und Torspalten mit Bürstenleisten sichern.
Und was ist mit Geräten aus Baumarkt und Co., die Ratten mit Hilfe von Ultraschall-Signalen vertreiben sollen? Sie haben sich laut Umweltbundesamt nach bisherigem Kenntnisstand als wirkungslos erwiesen. Mit ihnen ließen sich Ratten weder fernhalten noch bekämpfen.
Sinnvoller, wenn man die Ratten einfach nicht loswird - und sie schließlich nicht nur draußen, sondern auch in der Wohnung sind: Rat bei Profis einholen. „Beispielsweise durch professionelle Schädlingsbekämpfer oder das Ordnungs- oder Gesundheitsamt, wenn Hausverwaltungen nicht tätig werden“, so Heiermann.