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Wirtschaft in Sachsen-Anhalt warnt vor Ende der Minijobs

Mehr als 106.000 Menschen in Sachsen-Anhalt arbeiten in einem Minijob. Die geplante Reform sorgt bei vielen Unternehmen für große Sorgen – besonders in einer Branche fallen die Warnungen deutlich aus.

Von dpa

02.07.2026

Minijobs sind vor allem im Gastgewerbe und im Handel weit verbreitet. (Symbolbild) picture alliance/dpa

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Die mögliche Abschaffung des Sonderstatus von Minijobs stößt in Sachsen-Anhalt auf breite Kritik aus der Wirtschaft. Industrie- und Handelskammern sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe warnen vor zusätzlichen Belastungen für Unternehmen und einem Wegfall vieler Arbeitsplätze. 

Rentenkommission schlägt Reform vor

Die Rentenkommission der Bundesregierung hatte vorgeschlagen, Minijobs künftig regulär in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Ausnahmen soll es nur noch für Schülerinnen und Schüler geben. Ziel ist es, mehr Menschen sozialversicherungspflichtig zu beschäftigen und die spätere Altersvorsorge zu verbessern.

Mehr als 106.000 Minijobber im Land

In Sachsen-Anhalt waren zuletzt 106.189 Menschen geringfügig beschäftigt. Davon übten 66.842 ausschließlich einen Minijob aus, weitere 39.347 gingen ihm neben einer Hauptbeschäftigung nach. Die meisten Minijobber arbeiten im Gastgewerbe, im Handel sowie bei sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wie Reinigungs- oder Hausmeisterdiensten.

IHKs warnen vor Belastungen für Betriebe

Die Industrie- und Handelskammern sehen die Pläne kritisch. „Minijobs haben für viele Unternehmen in Sachsen-Anhalt eine erhebliche praktische Bedeutung“, sagte der Präsident der IHK Halle-Dessau, Sascha Gläßer. Sie seien wichtig, um Arbeitsspitzen aufzufangen, flexible Einsatzzeiten zu ermöglichen und saisonale Schwankungen zu bewältigen. Eine Abschaffung würde nach seiner Einschätzung insbesondere kleinere Betriebe zusätzlich belasten.

Auch die IHK Magdeburg warnt vor zusätzlichen Belastungen. „Eine pauschale Abschaffung würde diese Betriebe in einer ohnehin angespannten Fachkräftesituation spürbar finanziell belasten“, erklärte Hauptgeschäftsführer André Rummel. Reformen müssten praxisnah sein und zugleich funktionierende Alternativen für flexible Beschäftigung schaffen.

Dehoga befürchtet weniger Personal

Dehoga-Präsident Michael Schmidt hält Minijobber gerade in der Gastronomie für unverzichtbar, um Stoßzeiten und kurzfristige Personalengpässe aufzufangen. Fielen Minijobs weg oder würden unattraktiv, könnten Betriebe nach seiner Einschätzung Öffnungszeiten reduzieren oder sogar schließen. „Wir verschärfen ein Arbeitskraftproblem in Deutschland, was bereits existiert“, sagte Schmidt. Er geht davon aus, dass viele Minijobs nicht in reguläre Beschäftigung übergehen würden, sondern wegfallen könnten.

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