Was die CDU bei einem Wahlsieg im Land vorhat
Die CDU hat ihr Landtagswahlprogramm verabschiedet. Der Titel: „Ein Rheinland-Pfalz, das funktioniert - Weil`s jetzt gilt!“ Schwerpunkte aus den 88 Seiten.
Programmausschuss der CDU verabschiedet Wahlprogramm.Hannes P. Albert/dpa
© Hannes P. Albert/dpa
Ein verbindliches Vorschuljahr, eine Feuerwehr-Dankesprämie, ein Eigenheimzuschuss und ein Staatssekretär fürs Ehrenamt gehören zu den Vorhaben der rheinland-pfälzischen CDU für den Fall ihres Siegs am 22. März. Einige Schwerpunkte aus dem 88 Seiten starken Wahlprogramm:
Bildung
- Verbindliches Vorschuljahr
- Unterrichtsgarantie von 8.00 bis 14.00 Uhr in der Grundschule inklusive Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung
- Alle Kinder lernen in der Grundschule schwimmen
- Verpflichtende Sprachstandserhebung mit 4,5 Jahren
- Zwei Pflichtpraktika ab Klasse 7 zur Berufsorientierung - ob das im Handwerk sein muss, wie von Spitzenkandidat Gordon Schnieder gefordert, bleibt offen
- Kostenlose Meisterausbildung
- Mehr Personal und Verlässlichkeit in Kitas und Schulen
- Besoldung der Grundschullehrer auf A13 anheben
- Regelbeförderungen an allen weiterführenden und beruflichen Schulen
- Task-Force aus Psychologen, Sicherheitskräften und speziell geschulten Lehrkräften beim Land soll für Sicherheit an Schulen sorgen, wenn es zu Gewalt oder Bedrohungen kommt
- Kostenloses Deutschlandticket für alle Schüler und Azubis unabhängig vom Wohnort
Gesundheit
- Erhöhung der Medizinstudienplätze auf 650 - derzeit sind es 450
- Klinikstandorte sollen modernisiert und mit einem Fonds abgesichert werden. Volumen: 150 Millionen Euro pro Jahr
- Hebammen stärker fördern
- Terminservicestellen für Patienten stärken
Wohnen, Familie und Kinder
- Eigenheim-Zuschuss soll den Kauf von Wohnraum für Familien erleichtern. Für den Kauf der ersten selbstgenutzten Immobilie erhalten Familien pauschal 10.000 Euro pro Elternteil und 5.000 Euro pro minderjährigem Kind
- Mit einem Konzept „Aus Eins mach Zwei“ sollen Häuser, die nach dem Auszug von Kindern zu groß geworden sind, zu mehreren familiengerechten Wohneinheiten werden
- Straßenausbaubeiträge sollen abgeschafft werden
- Ein „Landeskompetenzzentrum Kinderschutz“ soll die Zusammenarbeit zwischen den Behörden verbessern. In allen Regionen sollen sogenannte Childhood-Häuser eingerichtet werden, die Kindern, die Opfer von psychischer oder physischer Gewalt geworden sind, eine sichere Umgebung bieten
Wirtschaft
- Start-ups und innovative Ansätze sollen gefördert werden, insbesondere in Zukunftsfeldern wie Künstlicher Intelligenz, Wasserstoff und nachhaltigen Technologien
- Fristversäumnisse von Behörden sollen Genehmigung bedeuten - so soll Bürokratie abgebaut werden
- Die Novelle des Klimaschutzgesetzes der Ampel-Regierung will die CDU zurücknehmen
- Personalpolitik im öffentlichen Dienst soll mit einer Stabsstelle in der Staatskanzlei Chefsache werden
- Digitalisierung soll auch Chefsache werden und ein Bürokratiemeldeportal für Menschen und Unternehmen eingerichtet werden
Sicherheit
- Die Polizei-, Feuerwehr- und Justizvollzugszulage sollen auf Bundesniveau angehoben und ruhegehaltsfähig gemacht werden
- Eine Dankesprämie bei Jubiläen im Brand- und Katastrophenschutz - von 250 Euro nach 25 Jahren bis 500 Euro nach 50 Jahren
- Der Erwerb von Fahrerlaubnissen der Klassen B und C, die im Einsatz genutzt werden können, soll für alle Feuerwehrangehörigen pauschal mit je 500 Euro bezuschusst werden. Voraussetzung ist die Verpflichtung für einen mindestens zehnjährigen aktiven Dienst
- Ein neuer Sicherheitsrat im Land soll den Kampf gegen Extremismus verbessern
- Mehr Polizisten in der Fläche und damit Entlastung des kommunalen Vollzugsdiensts
- Body-Cams, elektronische Fußfesseln und KI-gestützte Videoüberwachung gezielt an Brennpunkten einsetzen
Ehrenamt
- Ein Staatssekretär für Ehrenamt und Sport soll ernannt und in der Staatskanzlei angesiedelt werden
- Feste Ansprechpartner in den Finanzämtern für Vereine
Zuschnitte von Ministerien
- Gesundheit und Pflege mit Notfallmedizin in ein Ministerium zusammenführen
- Landwirtschaft und Umwelt zusammenlegen
Migration
- Es sollen im Land „Rückführungskapazitäten“ geschaffen werden
- Asylsuchende sollen bis zum Ende des Abschusses ihres Verfahrens in den Erstaufnahmeeinrichtungen bleiben und nicht auf die Kommunen verteilt werden
- Eine zentrale Ausländerbehörde soll alle Verfahren bündeln und Abschiebungen koordinieren
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