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Warnstreiks in Metall- und Elektroindustrie rücken näher

Zehntausende Menschen arbeiten in der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie. Für sie fordert die IG Metall mehr Geld. Nun liegt zwar ein Angebot vor. Warnstreiks sind dennoch wahrscheinlich.

Von dpa

27.10.2026

Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie werden wahrscheinlich. (Symbolbild)Sina Schuldt/dpa

Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie werden wahrscheinlich. (Symbolbild)Sina Schuldt/dpa

© Sina Schuldt/dpa

Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie drohen auch in Niedersachsen Warnstreiks. Ab dem 1. November rufe man die Beschäftigten dazu auf, teilte die IG Metall mit. Dies sei unausweichlich. Zuvor war nach Angaben der Gewerkschaft und des Arbeitgeberverbands NiedersachsenMetall die zweite Verhandlungsrunde in Hannover ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

Niedersachsens IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger teilte mit: „Wie lange und wie hart dieser Konflikt wird, liegt allein in den Händen der Arbeitgeber“. Mit einem tragfähigen Angebot und ohne überzogene Gegenforderungen könnten sie ihn abkürzen. Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober. Damit sind vom kommenden Sonntag an Warnstreiks möglich.

Arbeitgeber legen Angebot vor

Zuvor hatten die Arbeitgeberverbände erstmals in der Tarifgeschichte in fünf Tarifbezirken gleichzeitig ein abgestimmtes Angebot auf den Tisch gelegt. Auch in Niedersachsen. Dieses sieht eine tabellenwirksame Entgelterhöhung um 1,3 Prozent im Juli 2028 vor. Für das kommende Jahr schlagen die Arbeitgeber im Juli eine Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts vor. Nach IG-Metall-Angaben rechnen die Arbeitgeber mit einem Betrag von rund 660 Euro brutto. Diese Zahlung soll dem Vorschlag zufolge bei Unternehmen ausgesetzt werden können, die kaum noch Geld verdienen. Die Laufzeit soll bis zum 31. Dezember 2028 reichen. 

Der Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, Volker Schmidt, wertete das Angebot als Zeichen der Verhandlungsbereitschaft: „Wir wollen eine Lösung. Aber wir dürfen die wirtschaftliche Realität nicht ausblenden“. Die Wettbewerbsfähigkeit habe dramatisch gelitten. Seit 2018 sei die weltweite Industrieproduktion um 15 Prozent gestiegen, die hiesige Produktion der Metall- und Elektroindustrie aber um 15 Prozent eingebrochen. „Wir brauchen eine Tarifpolitik, die diesen Trend stoppt, statt ihn weiter zu verschärfen“.

IG Metall: Angebot ist „knallharte Minusrunde“

Die Arbeitgeber bewegen sich IG-Metall-Bezirksleiter Gröger zufolge zwar - aber nur in Trippelschritten. „Das Angebot ist viel zu niedrig und läuft zu lang. Die Erhöhung kommt viel zu spät“, teilte er mit. Unter dem Strich sei das eine „knallharte Minusrunde“. Es gleiche die Preissteigerungen nicht im Ansatz aus. Damit verhöhnten die Arbeitgeber die Leistung ihrer Belegschaften. 

IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger (rechts), NiedersachsenMetall-Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt (Mitte) und Arbeitgeber-Verhandler Mladen Petkovic (links). (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa

IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger (rechts), NiedersachsenMetall-Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt (Mitte) und Arbeitgeber-Verhandler Mladen Petkovic (links). (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa

© Julian Stratenschulte/dpa

Die IG Metall fordert unter anderem fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Sie begründet das mit gestiegenen Lebenshaltungskosten. Die Tarifrunde müsse dem Umstand Rechnung tragen, dass sich die Branche wirtschaftlich uneinheitlich entwickle. „Das bestreitet niemand“, sagte Gröger. „Wo Betriebe kämpfen, sichern wir Arbeit. Wo Betriebe verdienen, sollen die Menschen teilhaben.“ Einen Termin für die dritte Verhandlungsrunde nannten die Tarifparteien in Hannover zunächst nicht.

Für VW-Beschäftigte wird separat verhandelt

Der Flächentarifvertrag für die Branche regelt Entgelt und Arbeitsbedingungen. Wichtige Sparten sind Maschinenbau, Metallbearbeitung und Elektrotechnik. Die IG-Metall-Bezirksleitung in Hannover ist für zwei Tarifgebiete im Land mit etwa 120.000 Beschäftigten zuständig: Niedersachsen und Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. Dort wird separat verhandelt.

Der Nordwesten Niedersachsen gehört zum Bezirk Küste, der auch Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern umfasst. Auch dort hat die Gewerkschaft das Angebot der Arbeitgeber zurückgewiesen und angekündigt, den Druck erhöhen zu wollen.

Für die Beschäftigten der Volkswagen AG wird getrennt verhandelt. Sie haben einen eigenen Haustarif. Die Verhandlungen beginnen am 24. November.

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