Von Bulgarien lernen? Forum nimmt Stromspeicher in den Blick
Bulgarien gilt als „Batterie des Balkans“ – was steckt dahinter und was kann Deutschland für sein Stromnetz lernen? Beim Ostdeutschen Energieforum schauen Fachleute auch nach Osteuropa.
Neben Windrädern und Solaranlagen drängen immer mehr Batteriespeicher ans Stromnetz. Diese Konkurrenz um vielerorts knappe Anschlüsse ist ein Thema beim Ostdeutschen Energieforum in Leipzig. (Archivbild)Jan Woitas/dpa
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Neue Windräder und Solaranlagen werden gebaut, zugleich sollen zunehmend Batteriespeicher ans Netz. Wie das bei vielerorts begrenzten Anschlusskapazitäten gehen kann, wird beim Ostdeutschen Energieforum am 30. September und 1. Oktober von Fachleuten in Leipzig erörtert. Dabei gehe es auch um die Versorgungssicherheit, teilten die Veranstalter mit. „Welcher Mix aus erneuerbaren Energien, Speichern, flexiblen Verbrauchern, Gasinfrastruktur und dezentraler Erzeugung hält das Energiesystem stabil, ohne die Kosten aus dem Blick zu verlieren?“
Für Deutschland als Industrieland seien bei der Energiewende Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit entscheidend, erklärte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mit Blick auf das Treffen in einer Mitteilung. Neben dem Klimaschutz müssten immer auch die Kosten für den Umbau der Wirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit im Blick bleiben.
500 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft
Zu dem Forum werden den Angaben zufolge mehr als 500 Vertreter von Politik, Energiewirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Kommunen erwartet. Sie werfen dabei auch einen Blick über die Grenze etwa nach Bulgarien. Das Land gelte inzwischen als „Batterie des Balkans“ und zähle weltweit zu den Spitzenreitern, was die Integration von Batteriespeichern ins Stromnetz betreffe, heißt es. Auf dem Forum solle deswegen darüber gesprochen werden, was Deutschland bei der Energiewende von Osteuropa lernen könne.
Zudem ist die Ansiedlung neuer Rechenzentren ein Thema. Denn diese brauchen viel Strom und entsprechend ausgebaute Netze. Unter dem Titel „Rechenzentren und Energiewende: Visionen mit Nebenwirkungen“ soll diskutiert werden, unter welchen Voraussetzungen Ostdeutschland vom Boom bei Künstlicher Intelligenz profitieren kann.
Zugleich werden neue Bergbauprojekte in der Lausitz, im Erzgebirge und in Sachsen-Anhalt vorgestellt. Dabei geht es um für Speicher und Digitalisierung wichtige Rohstoffe wie Kupfer, Lithium und Zinn und die Frage, wie heimische Rohstoffe zu neuer Wertschöpfung in der hiesigen Industrie beitragen können.