Verteidiger: Silvesteraktion trägt nicht Blocks Handschrift
Hunderte Dokumente haben die Beteiligten im Block-Prozess in den vergangenen Monaten für sich lesen müssen, um in dem Mammut-Verfahren Zeit zu sparen. Nun dürfen die Verteidiger sich dazu äußern.
Christina Block bestreitet die Vorwürfe der Anklage.Christian Charisius/dpa Pool/dpa
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Im Hamburger Prozess um die Entführung der Block-Kinder haben die Verteidiger Stellungnahmen zur sogenannten Selbstleseliste abgegeben. Nichts aus diesen Hunderten Dokumenten lasse auch nur im Ansatz den Schluss zu, dass sein Mandant überhaupt eine Kenntnis von der geplanten Aktion in der Silvesternacht gehabt habe, sagte der Verteidiger des Ex-Sportmoderators Gerhard Delling, David Rieks. Delling, dem Beihilfe vorgeworfen wird, ist der Lebensgefährte der ebenfalls angeklagten Mutter der Kinder, Christina Block.
In dem Selbstleseverfahren waren zahlreiche Unterlagen zu unterschiedlichen Themen den Beteiligten nicht öffentlich zur Kenntnis gegeben worden. Auch Blocks Verteidiger Ingo Bott betonte, die Dokumente zeigten, Frau Block sei in die Pläne nicht eingeweiht gewesen: „Die Silvesteraktion trägt nicht die Handschrift von Frau Block.“ Hätte sie gewusst, was die Täter vorhatten, wäre sie dazwischen gegangen.
Bott ging am 72. Verhandlungstag auch auf Kalendereinträge des mutmaßlichen Chefs der Entführer zu angeblichen Treffen mit Block ein, die der Mann den Ermittlern übergab. Mehrere Termine seien im Nachhinein einfach behauptet worden, ist der Verteidiger überzeugt. In dieser Woche will sich auch noch einmal Christina Block selbst im Gerichtssaal äußern.
Der Fall Block begann bereits vor fünf Jahren
Der Fall Block hat eine lange Vorgeschichte. Der Vater Stephan Hensel hatte seine beiden Kinder nach einem Wochenendbesuch Ende August 2021 nicht wie vereinbart zu seiner Ex-Ehefrau Christina Block nach Hamburg zurückgebracht. Viele gegenseitige Vorwürfe und ein langer Sorgerechtsstreit folgten.
Block ist angeklagt, eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihren damals 10-jährigen Sohn und die 13 Jahre alte Tochter in der Silvesternacht 2023/24 vom Wohnort des Vaters in Dänemark nach Deutschland zu entführen.
Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“ beteuert ihre Unschuld. Insgesamt gibt es in dem Prozess, der bereits im Juli 2025 begann, sieben Angeklagte. Nur ein 37-Jähriger aus Israel hat die Vorwürfe eingeräumt.
Block und ihr Lebensgefährte Delling stehen seit Juli 2025 vor Gericht.Christian Charisius/dpa Pool/dpa
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Mit Spannung erwartet wird eine erneute Einlassung von Christina Block.Christian Charisius/dpa Pool/dpa
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