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Vergewaltigungsvorwürfe: Personelle Konsequenzen gefordert

Der Verdacht wiegt schwer: Ein Mädchen soll in einem Jugendzentrum von Teenagern vergewaltigt worden sein. Die zuständige Senatorin sieht deutliche Verstöße – und fordert vom Bezirk Maßnahmen.

Von dpa

19.03.2026

Nach Vergewaltigungsvorwürfen in einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln bleibt die Einrichtung zunächst geschlossen. (Archivbild) Jens Kalaene/dpa

Nach Vergewaltigungsvorwürfen in einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln bleibt die Einrichtung zunächst geschlossen. (Archivbild) Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa

Nach Vergewaltigungsvorwürfen in einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln fordert Jugendsenatorin Katharina Günther-Wünsch personelle Konsequenzen. Die Leiterin und Mitarbeiter des Jugendamtes müssten aus ihrer Sicht bis zur Aufklärung der Vorgänge freigestellt werden, erklärte die CDU-Politikerin im Bildungsausschuss. Sie forderte die zuständige Bezirksstadträtin Sarah Nagel (Linke) auf, dies zu veranlassen. „Weil momentan im Raum steht, dass bewusst Rechtsgrundlagen im Sinne des Kinderschutzes eines minderjährigen Mädchens missachtet worden sind“, sagte Günther-Wünsch. 

Nach Angaben der Senatorin gab es am Mittwoch in ihrem Haus unter Leitung von Jugendstaatssekretär Falko Liecke (CDU) ein Gespräch unter anderem mit dem Bezirk, der Jugendamtsleiterin, Mitarbeitern des Trägers sowie der zuständigen Polizei. „Es ist sehr deutlich geworden, dass die Grundlagen des Kinderschutzes, auch Rechtsgrundlagen, deutlich missachtet worden sind“, erklärte die Senatorin dazu. Ihr Ressort habe im Nachgang zu dem Gespräch Fragen. Diese würden dem Bezirk und der Einrichtung gestellt. 

Senatorin Katharina Günther-Wünsch fordert nach Vergewaltigungsvorwürfen in einem Jugendclub personelle Konsequenzen. (Archivbild) Britta Pedersen/dpa

Senatorin Katharina Günther-Wünsch fordert nach Vergewaltigungsvorwürfen in einem Jugendclub personelle Konsequenzen. (Archivbild) Britta Pedersen/dpa

© Britta Pedersen/dpa

Jugendclub geschlossen

Der Jugendclub ist seit vergangenem Freitag nach Angaben des Bezirks geschlossen. Jugendstadträtin Nagel zufolge werden Schutzkonzepte der Einrichtungen ebenso überprüft wie interne Strukturen und Abläufe. Es werde ein Konzept für Schulungen zur Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erstellt, erklärte die Linke-Politikerin Anfang der Woche. 

In dem Jugendzentrum soll eine 16-Jährige von Jugendlichen Ende 2025 vergewaltigt und später bedrängt worden sein – die Polizei erfuhr davon erst am 23. Januar durch die Anzeige des Vaters. Weder die Einrichtung noch später das zuständige Jugendamt des Bezirks Neukölln erstatten zunächst Anzeige. Inzwischen ermitteln Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Berlin zu dem Vorfall. 

Die Staatsanwaltschaft ermittelt zu mutmaßlichen Übergriffen in einem Jugendzentrum in Neukölln. (Symbolbild)Soeren Stache/dpa

Die Staatsanwaltschaft ermittelt zu mutmaßlichen Übergriffen in einem Jugendzentrum in Neukölln. (Symbolbild)Soeren Stache/dpa

© Soeren Stache/dpa

Nach Angaben des Bezirks wurde das Jugendamt am 28. Januar 2026 über die Vorfälle informiert. Die zuständige Bezirksstadträtin habe erst am 2. März davon erfahren, hieß es. Der Jugendclub selbst äußerte sich bislang nicht, sondern verwies an den Bezirk.

Auf Anzeige bewusst verzichtet? 

Nach Angaben von Stadträtin Nagel hat das Jugendamt zunächst entschieden, nur dann eine Strafanzeige zu stellen, wenn dafür auch das Einverständnis des Opfers vorliege, so Nagel. Jugendstaatssekretär Liecke hatte in der „Bild“-Zeitung den Verdacht geäußert, der Vorfall sei von Betreuern offensichtlich nicht gemeldet worden, um die muslimischen Täter nicht zu stigmatisieren.

Das wies Stadträtin Nagel zurück: „Der Hintergrund der Täter spielte zu keinem Zeitpunkt eine Rolle für den Umgang mit den Vorfällen, wie dies in diversen Medienberichten behauptet wird.“ Laut ihrer Schilderung wurde die Betroffene „im gegenseitigen Einverständnis durch einen qualifizierten Träger der Mädchenarbeit betreut, der das Vertrauen des Opfers hat“.

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