VW drosselt Produktion in Osnabrück
Nur noch vier Tage Produktion pro Woche, verlängerte Werksferien und unklare Zukunft: VW drosselt in Osnabrück die Cabrio-Produktion. Die Rettung könnte von der Rüstungsindustrie kommen.
Das VW-Werk in Osnabrück steht vor einer unsicheren Zukunft. (Archivbild) Hauke-Christian Dittrich/dpa
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Volkswagen drosselt in seinem Osnabrücker Werk die Produktion. Der Werksurlaub werde im August um eine Woche verlängert und es gebe danach zusätzlich produktionsfreie Tage, bestätigte eine Sprecherin des Standorts auf Anfrage. Zuvor hatte die „Neuer Osnabrücker Zeitung“ darüber berichtet.
Dem Bericht zufolge soll nach der Sommerpause nur noch an vier Tagen pro Woche produziert werden. „Die aktuelle Entscheidung trifft uns sehr und ist sicherlich kein Stimmungsaufheller“, sagte der Osnabrücker Betriebsratsvorsitzende Jürgen Placke laut einer Mitteilung.
Cabrios nur im Sommer gefragt
VW begründete die Entscheidung mit der „für Cabriolets üblichen saisonalen Nachfrageentwicklung“. Denn in Osnabrück wird derzeit nur noch das T-Roc Cabrio gebaut. Diese Fahrzeuge würden vor allem im Frühjahr und Sommer bestellt, während die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte typischerweise zurückgehe, so die Sprecherin.
„Solche Anpassungen sind Teil der regulären Produktionsplanung und erfolgen auf Basis der erwarteten Marktentwicklung“, sagte die Sprecherin weiter. „Daran orientieren sich auch die Produktionsabläufe am Standort Osnabrück.“ Unabhängig davon prüfe Volkswagen weiterhin tragfähige Perspektiven für den Standort Osnabrück über das Jahr 2027 hinaus, fügte sie hinzu.
Betriebsrat: „Arbeit geht absehbar zur Neige“
Der Konzernbetriebsrat sprach dagegen von einer sich zuspitzenden Lage an dem Standort. „Die ursprüngliche Planung, wonach das Volumen des T-Roc Cabrio bis September nächsten Jahres reicht, ist hinfällig“, sagte ein Sprecher in Wolfsburg. Die „Arbeit geht absehbar zur Neige“. Die Belegschaft werde bereits ein Jahr vor dem Spätsommer 2027 in eine Vier-Tage-Woche gezwungen.
Der Vorstand müsse nun seiner Zusage nachkommen, „eine echte Perspektive für die Beschäftigten in Osnabrück zu liefern“, so der Sprecher der Arbeitnehmervertretung. „Das wird jetzt höchste Eisenbahn.“ Der Standort hat rund 2.000 Beschäftigte.
Konzern verhandelt mit Rüstungskonzernen
VW sucht derzeit nach einer neuen Verwendung für den Standort, wenn dort 2027 die Pkw-Fertigung ausläuft. Der Konzern verhandelt vor allem mit Rüstungsunternehmen über eine Nutzung des Standorts. Eine Entscheidung soll früheren Angaben zufolge bis Jahresende fallen.
Die Produktion der in Osnabrück gebauten Porsche-Modelle ist bereits Ende vergangenen Jahres ausgelaufen. 2027 endet dann auch die Fertigung des VW T-Roc Cabrios. Der einstige Karmann-Standort war 2009 nach der Insolvenz des bisherigen Cabrio-Auftragsfertigers zu Volkswagen gekommen.