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Umfrage: SPD überholt AfD in Mecklenburg-Vorpommern

Am Sonntag wählt Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Landtag. Ministerpräsidentin Schwesig setzt zu einem starken Schlussspurt an. Union, Grüne und BSW müssen hingegen bangen.

Von dpa

18.09.2026

Wer in den Schweriner Landtag einzieht, entscheidet sich am Sonntag. (Archivbild)Jens Büttner/dpa

Wer in den Schweriner Landtag einzieht, entscheidet sich am Sonntag. (Archivbild)Jens Büttner/dpa

© Jens Büttner/dpa

Auf den letzten Metern vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat die SPD erstmals in einer Umfrage die AfD überholt. Zugleich rutschte die Union im neuen ZDF-„Politbarometer“ mit nur noch sechs Prozent gefährlich nahe in Richtung Fünf-Prozent-Hürde. Wie nach der Wahl am Sonntag stabile Mehrheiten aussehen könnten, ist unklar. Vor diesem Hintergrund starteten die Parteien in den Wahlkampf-Schlussspurt.

Bei einer Interview-Serie im ZDF-„Morgenmagazin“ bekräftigten die Spitzenleute der jetzt im Schweriner Parlament vertretenen Parteien im Wesentlichen ihre bekannten Positionen zu den Topthemen im Wahlkampf, darunter Bildung, die wirtschaftliche Entwicklung im Land und die hohen Spritpreise infolge des Iran-Kriegs.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) kommentierte auf Nachfragen aber auch ihre Aufholjagd zur AfD. „Wenn wir sehen, dass die AfD ein Potenzial hat von bis zu 45 Prozent, ist es schon eine große Leistung, dass wir die AfD hier weit unter 40 Prozent drücken“, sagte sie. 

Reicht es für Rot-Rot?

Im neuen „Politbarometer“ liegt die SPD bei 37 Prozent, die AfD bei 36. Damit setzen sich die Sozialdemokraten erstmals in diesem Wahlkampf an die Spitze. Die Linke erreicht in dieser Umfrage 9 Prozent, die Union 6, die Grünen 5, das BSW 4 Prozent. Die FDP liegt unter 3 Prozent. Nach diesen Werten könnte es für die regierende rot-rote Koalition ohne die Grünen knapp werden.

Umfragen sind aber generell mit Unsicherheiten behaftet. Sie bilden nur den Stand zum Zeitpunkt der Befragung ab und sind keine Prognose. Zudem haben sie statistisch bedingte Fehlermargen. Darauf zählt zum Beispiel das BSW. Spitzenkandidatin Sabine Firnhaber zeigte sich im „Morgenmagazin“ erneut sicher, dass ihre Partei am Sonntag mit sechs bis acht Prozent viel besser abschneiden werde als in Umfragen.

„Kämpfen bis zum Schluss“

Auch CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters sagte: „Das sind Umfragen, wir kämpfen bis zum Schluss.“ Die schlechten Werte im Land schrieb er auch einem Stillstand im Bund zu: „Wir leiden natürlich auch darunter, dass in Berlin Entscheidungen nicht getroffen werden, dass Dinge ausgesessen werden und dass das Reformpaket ehrlicherweise auch nicht vorankommt.“ Umgekehrt könnte ein etwaiges Scheitern der Union an der Fünf-Prozent-Hürde im Bund ein Beben auslösen.

Die AfD würde nach den Worten von Spitzenkandidat Enrico Schult auch in einer Koalition regieren, falls sie keine eigene Mehrheit erreicht. „Natürlich wollen wir regieren“, sagte Schult im „Morgenmagazin“. „Wir strecken allen Parteien die Hand aus, die es gut mit diesem Land meinen.“ Ein Koalitionspartner für die AfD ist aber nicht in Sicht. 

Drei Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat die Forschungsgruppe Wahlen eine neue Umfrage veröffentlicht. (Symbolbild)Helena Dolderer/dpa

Drei Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat die Forschungsgruppe Wahlen eine neue Umfrage veröffentlicht. (Symbolbild)Helena Dolderer/dpa

© Helena Dolderer/dpa

Die Linke will nach den Worten von Spitzenkandidatin Simone Oldenburg mit Schwesig weitermachen. „Wir sind noch nicht fertig mit all dem, was wir vorhaben“, sagte sie im „Moma“. Die Grünen warnen hingegen, Rot-Rot könnte wackeln. Stabile Mehrheiten im Schweriner Landtag gebe es nur mit Rot-Rot-Grün, sagte Spitzenkandidatin Claudia Müller. BSW und AfD hätten bei Wahlen oft bessere Ergebnisse als in Umfragen.

Abschluss mit Hilfe von Freunden

Für Abschlussveranstaltungen im Wahlkampf haben mehrere Parteien prominente Unterstützer aus anderen Bundesländern und aus dem Bund eingeladen. Schwesig hat in Rostock die saarländische Regierungschefin Anke Rehlinger sowie die Kollegen aus Brandenburg, Niedersachsen und Hamburg, Dietmar Woidke, Olaf Lies und Peter Tschentscher, zu Gast.

Schwesigs AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm geht am Abend (18.00 Uhr) in Neubrandenburg mit den Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel sowie dem AfD-Spitzenkandidaten aus Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, auf die Bühne. Linke und Grüne setzten ebenfalls auf Bundesprominenz. Bei der CDU soll es dagegen keine große Abschlussveranstaltung geben.

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