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Tschechien und Sachsen wollen sich für Industrie einsetzen

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer stößt in Prag auf offene Ohren: Beide Seiten möchten sich für niedrigere Strompreise und Maßnahmen zum Schutz der Industrie einsetzen.

Von dpa

02.10.2026

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer war zwei Tage lang zu Besuch in Prag. (Archivbild)Jan Woitas/dpa

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer war zwei Tage lang zu Besuch in Prag. (Archivbild)Jan Woitas/dpa

© Jan Woitas/dpa

Tschechien und Sachsen wollen sich stärker gemeinsam für ihre Interessen als Industriestandorte einsetzen. Das ist ein Ergebnis eines Treffens des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer mit dem tschechischen Industrie- und Handelsminister Karel Havlicek in Prag. Beide Politiker hoben den negativen Einfluss der gestiegenen Strompreise hervor und vereinbarten, sich auf europäischer Ebene für schnelle Lösungen einzusetzen, wie eine Sprecherin Kretschmers anschließend mitteilte. Dazu zählten etwa Anpassungen beim europäischen Emissionshandelssystem.

Beide Seiten bekannten sich zu dem Vorhaben, einen neuen Erzgebirgstunnel als Teil der geplanten Schnellfahrstrecke Prag-Dresden-Berlin zu bauen. „Ich glaube, das ist ein Generationenprojekt, und es ist ein klares Bekenntnis, wie wichtig die Tschechische Republik für uns in Deutschland ist“, sagte Kretschmer (CDU) dazu in Prag.

Ein weiteres Thema war eine engere Vernetzung der Halbleiterindustrien in Tschechien und Sachsen. Konkrete Anknüpfungspunkte bestünden bei Automotive-Chips, Fahrzeugsoftware, Batterien, neuen Materialien und Kreislaufwirtschaft, hieß es.

Von Lithium bis Wasserstoff

Die Politiker tauschten sich zu einer gemeinsamen europäischen Strategie im Bereich der Lithium-Gewinnung aus. Im Erzgebirge sollen rund drei Prozent der weltweiten Lithium-Vorkommen lagern. Es ging auch um Zukunftstechnologien wie Mini-Atomkraftwerke sowie den Wasserstoff, der als vielversprechender neuer Energieträger gilt. Hintergrund sind die Pläne für eine mehr als 700 Kilometer lange Wasserstoff-Pipeline zwischen Tschechien und Deutschland. 

Das Treffen mit Havlicek war nur einer von vielen Punkten auf dem Programm der zweitägigen Prag-Reise Kretschmers. An der Seite des tschechischen Präsidenten Petr Pavel nahm er an einem Empfang zum Tag der Deutschen Einheit in der deutschen Botschaft teil. Dort hatte der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher im September 1989 tausenden DDR-Flüchtlingen die Botschaft überbracht, dass sie ausreisen dürften. Zum Abschluss der Reise war ein Treffen mit dem Präsidenten der Nachbarregion Usti nad Labem (Aussig an der Elbe), Richard Brabec, geplant.

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