„Steh auf“: Warum Amiri Kimmichs verbalen Anpfiff gut fand
Nadiem Amiri ist als Joker am Wendesieg gegen die Elfenbeinküste mit der Flanke zum ersten deutschen Tor maßgeblich beteiligt. Kurz davor gab es eine bemerkenswerte Szene - mit dem Kapitän.
„Ich fand’s gut.“ Nadiem Amiri zum Kimmich-Aufruf während des Spiels.Federico Gambarini/dpa
© Federico Gambarini/dpa
Fußball-Nationalspieler Nadiem Amiri hat einen gut gemeinten verbalen Anpfiff von Kapitän Joshua Kimmich beim Sieg gegen die Elfenbeinküste nachträglich erklärt. Kurz vor Amiris präziser Flanke auf Torschütze Deniz Undav zum 1:1-Ausgleich, der die Wende zum Sieg einleitete, war der Mainzer nach einem schmerzhaften Zweikampf kurz liegen geblieben.
Über die Stdion-Mikrofone in Toronto war zu hören, wie Kimmich ihm zurief: „Komm‘, steh auf!“ Amiri tat es und trug kurz darauf mit seinem Assist zum 1:1-Ausgleich bei.
„Die Stimme, die hört man“
„Wir kennen ja alle Jo. Er ist immer sehr motiviert“, sagte Amiri zwei Tage später bei einer Pressekonferenz im DFB-Quartier in Winston-Salem und fuhr fort: „Ja, ich fand’s gut. Ich habe es natürlich gehört auf dem Platz. Die Stimme, die hört man! Ich hatte in dem Moment wirklich sehr Schmerzen, das war Knie auf Knie. Alle, die mal gespielt haben, wissen, was für Schmerzen das sind.“
Amiri war Kimmich nicht etwa böse, sondern dankbar: „So was hilft mir dann auch, um einfach sofort aufzustehen und den Schmerz rauszulaufen. Von daher bin ich froh, dass wir so einen Kapitän haben.“
Das legendäre „Quäl‘ dich, du Sau“ bei der Tour de France
Kimmichs Ausruf auf dem Platz ist keine Seltenheit im Spitzensport. Bei deutschen Radsportfans ist das „Quäl‘ dich, du Sau!“ von Udo Bölts an die Adresse seines Kapitäns Jan Ullrich legendär. Dieser geriet im Gelben Trikot des Gesamtführenden am 25. Juli 1997 auf der 18. Etappe der Tour de France in körperliche Schwierigkeiten. Bölts schrie Ullrich am Col du Hundsruck an, sich den Berg hinaufzuquälen.
Torschütze Deniz Undav (l) und Flankengeber Nadiem Amiri bejubeln das 1:1.Jan Woitas/dpa
© Jan Woitas/dpa