Stechlin- und Luzin-Maräne jetzt vom Aussterben bedroht
Ein quietschender Fisch, der nur in Mecklenburg-Vorpommern lebt und eine weitere deutsche Art stehen vor dem Aus. Warum die IUCN Alarm schlägt und was jetzt passieren muss.
Die Stechlin-Maräne ist jetzt vom Aussterben bedroht (Archivbild)Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB
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Zwei Süßwasserfischarten, die nur in Seen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern vorkommen, sind vom Aussterben bedroht. Betroffen sind die Stechlin- und die Luzin-Maränen, wie die Weltnaturschutzunion (IUCN) in ihrer neuen Roten Liste der bedrohten europäischen Süßwasserfische schreibt.
Die Quietschbäuche
Die Stechlin-Maräne (Coregonus fontanae) kommt nur im Großen Stechlinsee in Brandenburg vor, die Luzin-Maräne (Coregonus lucinensis) nur im Breiten Luzin in Mecklenburg-Vorpommern. Die Luzin-Maränen sind lokal auch als „Quitschbükers“ oder „Quietschbäuche“ bekannt, weil sie ein quietschendes Geräusch von sich geben, wenn sie aus großer Tiefe angelandet werden und Luft aus der Schwimmblase entweicht.
Die Stechlin-Maräne wurde von Gefährdungskategorie 1 auf 5 hochgestuft, die Luzin-Maräne von Kategorie 3 auf 5. In der IUCN-Skala der Gefährdung bedeutet Kategorie 5 „vom Aussterben bedroht“, Kategorie 3 „gefährdet“ und Kategorie 1 „nicht gefährdet“.
Was zu tun ist
„Ohne dringende, koordinierte Maßnahmen zur Bekämpfung von Lebensraumverlust, Umweltverschmutzung, invasiven Arten und Klimawandel
droht Europa, innerhalb einer Generation einen erheblichen Teil seiner aquatischen Artenvielfalt zu verlieren“, berichtet die IUCN.
Die IUCN hat alle fast 560 Arten in Europa erstmals seit 2011 neu unter die Lupe genommen. 42 Prozent davon werden jetzt in den Kategorien „gefährdet“ bis „vom Aussterben bedroht“ geführt. Damals waren es 37 Prozent gewesen. Insgesamt sind neun Arten stärker gefährdet, drei haben sich leicht erholt.
Nur im Breiten Luzin hier gibt es Exemplare der Luzin-Maräne (Archivbild)picture alliance / dpa
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