dpa

Starker Befreiungsschlag: Dynamo schlägt Darmstadt

Die Erfolgsgeschichte von Dresden setzt sich fort. Nun gelingt endlich auch ein Sieg gegen ein Spitzenteam.

Von Gerald Fritsche, dpa

27.02.2026

Vincent Vermeij (Dynamo Dresden, 2.v.r.) erzielt gegen Marcel Schuhen (SV Darmstadt, l) das Tor zum 1:0Robert Michael/dpa

Vincent Vermeij (Dynamo Dresden, 2.v.r.) erzielt gegen Marcel Schuhen (SV Darmstadt, l) das Tor zum 1:0Robert Michael/dpa

© Robert Michael/dpa

Ein Doppelpack von Vincent Vermeij (45./45.+1) und ein Kontertor von Christoph Daferner (81.) haben Dynamo Dresden den dritten Heimsieg der Saison und den vorübergehenden Sprung von den Abstiegsrängen beschert. Das 3:1 (2:0) gegen Darmstadt 98 bedeutete zugleich den ersten Erfolg gegen ein Spitzenteam der 2. Liga, mit dem der Aufschwung nach der Winterpause untermauert wurde.

„Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, dass sie nach dem Platzverweis zielstrebig nach vorn gespielt hat und die zwei Tore machte“, sagte Dynamo-Trainer Thomas Stamm. Man sei glücklich über die drei Punkte.

Stamm hatte das Team im Vergleich zum 0:0 in Hannover auf zwei Positionen verändert. Jakob Lemmer ersetzte Jason Ceka im Mittelfeld, in die Abwehr kehrte Julian Pauli nach überstandener Kopfverletzung für Friedrich Müller zurück. 

Kaum Chancen auf beiden Seiten

Beide Teams zeigten viel Respekt voreinander. Bei Angriffen des Gegners zog man sich fast komplett zurück, nur selten wurde ein energisches Pressing gespielt.

Bei den Dresdnern fielen die vielen leichten Fehler auf. In der Spieleröffnung wurden die Bälle selbst über kurze Distanzen in die Füße der Darmstädter gespielt. Deren Angriffe wirkten strukturierter. Isac Lidberg im Angriffszentrum war stets ein Unruheherd, wurde aber gut gedoppelt.

So gab es die erste Chance im Spiel erst nach 20 Minuten, als Niklas Schmidt eine Eingabe direkt nahm, aber am gut reagierenden Tim Schreiber scheiterte. Auch bei einem Versuch von Hiroki Akiyama (38.) war der Dynamo-Schlussmann aufmerksam.

 Schiedsrichter Lars Erbst zeigt Patric Pfeiffer (SV Darmstadt, 2.v.r.) die Rote Karte.Robert Michael/dpa

Schiedsrichter Lars Erbst zeigt Patric Pfeiffer (SV Darmstadt, 2.v.r.) die Rote Karte.Robert Michael/dpa

© Robert Michael/dpa

Rote Karte verändert alles

Die Gastgeber wurden erst nach einer knappen halben Stunde erstmals gefährlich. Robert Wagner versuchte sich aus 16 Metern, der Ball verfehlte den Darmstädter Kasten. Nach 34 Minuten kam Wagner erneut zu einer Chance. Sein Fallrückzieher kam jedoch zu zentral auf das Tor. 

In der 45. Minute fiel dann doch die Führung. Bobzien servierte unbedrängt eine Flanke auf den Kopf von Vermeij, der per Kopf traf. Und eine Minute später nachlegte. Niklas Hauptmann erlief sich einen tiefen Ball und spielte in den Rücken der Gäste-Abwehr, wo Vermeij direkt abschloss.

Der Doppelschlag war die unmittelbare Folge einer Roten Karte, die Darmstadts Abwehrspieler Patric Pfeiffer (43.) nach einem Foul an Bobzien als letzter Mann völlig zurecht gesehen hatte - zumindest aus Sicht der Dresdner. „Er hat mich schon getroffen“, sagte Bobzien. 

Gäste-Torwart Marcel Schuhen wetterte dagegen: „Der Schiedsrichter hat das Spiel entschieden. Das war nie eine Rote Karte.“ Dynamo-Trainer Stamm konnte den Unmut verstehen: „Mir fehlt bei den Schiedsrichtern oft eine klare Linie“, sagte er.

Die numerische Überlegenheit hielt aber nicht lange. Jakob Lemmer (53.) holte sich innerhalb von 60 Sekunden zwei Gelbe Karten ab. Das ergab in der Summe ebenfalls einen Platzverweis. Danach wurde Darmstadt wieder stärker, während Dynamo ins fehlerhafte Spiel der Anfangsphase zurückfiel. Aber: Die Abwehr stand trotz einiger konfuser Aktionen.

3:0 bringt noch keine endgültige Sicherheit

Erst in der Schlussviertelstunde gewann man wieder Sicherheit, startete einige Entlastungsangriffe und belohnte sich mit dem 3:0. Daferner fiel der Ball nach einer Torhüter-Parade nach einem Bobzien-Schuss direkt vor die Füße, der Rest war Formsache. „Mein Schuss war schlecht, der hätte normalerweise schon sitzen müssen“, sagte die Mainzer Leihgabe. 

Danach war das Spiel entschieden, auch wenn das 1:3 in der Schlussminute den Dynamo-Puls noch einmal ansteigen ließ, wie es Vermeij ausdrückte. Am Ende waren es Glück und Torhüter Schreiber, die den Dreier festhielten.

Karte