Sozialverband fordert Hilfe bei steigenden Energiepreisen
Steigende Energiepreise infolge des Iran-Kriegs treffen vor allem einkommensschwache Haushalte. Der SoVD warnt vor Folgen für den sozialen Zusammenhalt in Hamburg.
Angesichts steigender Öl- und Gaspreise fordert der Sozialverband Hamburg einen Ausgleich für Menschen mit geringem Einkommen. (Symbolbild)Marcus Brandt/dpa
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Angesichts der seit Beginn des Iran-Kriegs rasant steigenden Treibstoff- und Gaspreise hat der Sozialverband Hamburg (SoVD) einen Ausgleich für ärmere Menschen in der Hansestadt gefordert. „Konkret wäre eine Erhöhung der Angemessenheitsgrenzen bei den Mieten, die Aufstockung der Grundsicherung im Alter und ein Familiengeld für Einkommensschwache denkbar“, sagte Hamburgs SoVD-Chef Klaus Wicher. Gleichzeitig warnte er: Blieben die vielen Armen und Einkommenschwachen ohne Zuschüsse auf der Strecke, könnte dies „das politisch extreme rechte Lager für sich ausnutzen“.
Vor allem Menschen mit kleinem Einkommen betroffen
Wicher sagte, die Preise an den Tankstellen seien bereits spürbar gestiegen. Das werde auch für Energieträger wie Öl und Gas gelten. Hinzu komme eine wohl anziehende Inflation. „Vor allem Menschen mit kleinen Einkommen, Familien, Alleinerziehende und Senioren mit kleiner Rente wird es treffen, denn das Leben in Hamburg ist schon jetzt teurer als anderswo.“
Das gelte auch für diejenigen, die eigentlich zum Mittelstand zählten - „ganz zu schweigen von den Empfänger:innen von Sozialleistungen, die für das wenige Geld immer weniger bekommen“. Wicher erinnerte daran, dass Empfänger von Sozialleistungen Strom aus eigener Tasche bezahlen müssten und dass das Amt auch nicht bei allen die volle Miete und Heizkosten übernimmt.
Ölpreis seit Kriegsbeginn um 16 Prozent gestiegen
Der Ölpreis hat am Donnerstag den mit Beginn des Iran-Krieges begonnenen Höhenflug fortgesetzt. Im frühen Handel wurde Brent-Öl aus der Nordsee mit Lieferung im Mai zu 84,05 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gehandelt. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen den Iran am Wochenende hat sich Brent-Öl damit um mittlerweile etwa 16 Prozent verteuert. Am Dienstag wurde bei 85,12 Dollar zeitweise der höchste Stand seit Juli 2024 erreicht.