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Social-Media-Verbot? Ministerinnen diskutieren mit Schülern

Wie können Kinder besser vor Mobbing und gefährlichen Inhalten im Netz geschützt werden? Zwei Bundesministerinnen haben mit Jugendlichen in Potsdam über Regeln und Verbote diskutiert.

Von dpa

02.06.2026

Welchen Schutz muss es für Kinder und Jugendliche im Netz geben? Darüber diskutierten die Ministerinnen mit Potsdamer Gymnasiasten.Soeren Stache/dpa

Welchen Schutz muss es für Kinder und Jugendliche im Netz geben? Darüber diskutierten die Ministerinnen mit Potsdamer Gymnasiasten.Soeren Stache/dpa

© Soeren Stache/dpa

Mehr Schutz im Netz für Minderjährige: Dafür haben sich Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) bei einer Diskussion mit Schülerinnen und Schülern an einem Potsdamer Gymnasium klar ausgesprochen. Social-Media-Plattformen müssten stärker in die Verantwortung genommen werden, um sicherzustellen, dass Kinder bis zu einem gewissen Alter überhaupt keinen Zugang zu gefährlichen Inhalten auf diesen Plattformen erhalten, sagte Prien. „Deshalb kommen wir an einer wirksamen gesetzlichen Regulierung nicht vorbei.“

Ein konkretes Alter nannte die Bundesbildungsministerin nicht, ihre Kollegin Hubig sprach von der Idee, bis zum Alter von 14 Jahren ein Social-Media-Verbot anzugehen, zwischen 14 und 16 Jahren Jugendversionen auf den Plattformen umzusetzen und ab 16 Jahren die Beschränkungen aufzuheben.

Ministerin: Social Media kann ernsthafte Gesundheitsfolgen haben

„Mir ist eins wichtig: Ich finde, wenn wir über ein Verbot von Social Media reden, darf es nicht heißen, dass ihr nicht mehr ins Internet dürft“, sagte Hubig an die Schülerinnen und Schüler gewandt. „Ihr müsst natürlich auch Internet nutzen, ihr müsst auch KI nutzen dürfen. Das ist total wichtig, weil ihr lebt ja im 21. Jahrhundert.“

Prien betonte die „ernsthaften Gesundheitsfolgen für Kinder und Jugendliche“, die etwa Mobbing, Hatespeech (Hassrede) und sexualisierte Inhalte in sozialen Medien haben können. Davor müssten insbesondere Jüngere geschützt werden. „Je älter Kinder und Jugendliche werden, umso stärker kann man sie in die Lage versetzen, sich selber zu schützen.“ Dafür müssten die Schülerinnen und Schüler kompetent gemacht werden, etwa über Fortbildungen für Lehrkräfte.

Siebt- bis Zehntklässler diskutierten mit in der Aula

Über eine Stunde lang sprachen die zwei Bundesministerinnen gemeinsam mit Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) und den Jugendlichen in der Aula des Dalton-Gymnasiums unter dem Motto: „Mitsprache, Empowerment und Schutz im digitalen Raum“. Dabei waren Schülerinnen und Schüler der siebten bis zehnten Klassen, einige von ihnen auf dem Podium.

In der Bundespolitik wird derzeit über ein mögliches Verbot der Social-Media-Nutzung für unter 14-Jährige diskutiert. Noch vor der Sommerpause Ende Juni werden Vorschläge einer von Prien eingesetzten Expertenkommission dazu erwartet. Zwei Drittel der Menschen in Deutschland (66 Prozent) sprechen sich für die Einführung eines Verbots von sozialen Medien für Kinder unter 14 Jahren aus, wie eine Umfrage des Bayerischen Forschungsinstituts für Digitale Transformation (bidt) kürzlich zeigte.

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