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Sachsen-Anhalt bei Bildungsstudie unter den Schlusslichtern

Sachsen-Anhalts Nachbarland Sachsen ist in einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft wieder zum Bildungssieger des Landes erklärt worden. Was sind die Schwachstellen hierzulande?

Von dpa

14.09.2026

Die Studie betrachtet das Bildungssystem der Bundesländer aus bildungsökonomischer Perspektive. (Symbolbild)Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die Studie betrachtet das Bildungssystem der Bundesländer aus bildungsökonomischer Perspektive. (Symbolbild)Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Sachsen-Anhalt ist mit seinem Bildungssystem im Bundesländervergleich aus bildungsökonomischer Perspektive eines der Schlusslichter. Im diesjährigen „Bildungsmonitor“ der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ist das Nachbarbundesland Sachsen erneut Spitzenreiter, gefolgt von Bayern, Hamburg und Baden-Württemberg. Hinten liegen neben Sachsen-Anhalt Nordrhein-Westfalen und Bremen. 

Bewertung aus bildungsökonomischer Sicht

Die vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) durchgeführte Vergleichsstudie untersucht anhand von 98 sogenannter Indikatoren die Bildungssysteme der Bundesländer. So werden etwa die Bildungsausgaben pro Schüler ins Verhältnis zu den Gesamtausgaben öffentlicher Haushalte pro Einwohner gesetzt. Verglichen werden zudem die Investitionen in Schulen und Hochschulen, der Betreuungsschlüssel in Bildungseinrichtungen, Klassengrößen, die Schulabbrecherquote und die Beteiligung an Ganztagsangeboten. 

Im Fokus stehe, welchen Beitrag das Bildungssystem leiste, um den Wohlstand zu sichern, Aufstiegsmöglichkeiten für den Einzelnen zu schaffen und Teilhabe zu gewährleisten, heißt es.

Was läuft gut an den Schulen und was nicht? (Symbolbild)Michael Brandt/dpa

Was läuft gut an den Schulen und was nicht? (Symbolbild)Michael Brandt/dpa

© Michael Brandt/dpa

Hier sind Sachsen-Anhalts Stärken

Das Bildungssystem in Sachsen-Anhalt kann aus Sicht der Studie bei der Förderinfrastruktur und der Schulqualität punkten. In den Naturwissenschaften hätten die Neuntklässler in der aktuellsten Kompetenzerhebung des IQB aus dem Jahr 2024 überdurchschnittlich abgeschnitten, in Mathematik leicht unterdurchschnittlich. Sachsen-Anhalt weise eine hohe Ganztagsquote an den Grundschulen auf. Auch bei der Betreuung der Drei- bis Sechsjährigen in den Kitas habe das Land den zweitbesten Wert aller Bundesländer.

Hier muss Sachsen-Anhalt aufholen

In Sachsen-Anhalt sind die Betreuungsbedingungen aus Sicht der Studienautoren besonders ungünstig. In den Kitas, an den allgemeinbildenden Schulen und an den Berufsschulen fiel die Schüler-Lehrer-Relation schlechter aus als im bundesweiten Durchschnitt. In den Kitas etwa kamen im Jahr 2025 rechnerisch auf eine Erzieherin oder einen Erzieher 8,1 Kinder, bundesweit waren es 5,2. 

Zudem seien pro Klasse weniger Unterrichtsstunden erteilt worden als im Bundesschnitt. An den Grundschulen waren es bundesweit im Jahr 2024 der Studie zufolge im Schnitt 32,3 Unterrichtsstunden pro Klasse, in Sachsen-Anhalt 28,5 Stunden. Auch an den anderen Schulformen gab es weniger Unterricht. 

Viele ausländische Schulabgänger ohne Abschluss

Bei der Integration belegt Sachsen-Anhalt ebenfalls einen der hintersten Plätze. Der Anteil der ausländischen Schulabgängerinnen und Schulabgänger ohne Abschluss betrage hier 41,7 Prozent, bundesweit seien es nur 20 Prozent. Auch die Studienberechtigtenquote ausländischer Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen lag mit 3,6 Prozent niedriger als im Bundesschnitt, wo sie 8 Prozent betrug. Die Studienautoren weisen darauf hin, dass unter den ausländischen Schülern viele Personen sind, die selbst als Jugendliche zugewandert sind und nicht direkt von der frühkindlichen Förderung profitieren konnten.

In Sachsen-Anhalt wiederholen besonders viele Schülerinnen und Schüler eine Klassenstufe. In der Sekundarstufe I etwa habe die Wiederholerquote in Sachsen-Anhalt vier Prozent betragen, im bundesweiten Durchschnitt 2,6 Prozent. In der Studie wird das unter dem Kriterium Zeiteffizienz gefasst.

Zu wenige gehen beruflich in den IT-Bereich

Und auch bei der Digitalisierung sieht die Studie Sachsen-Anhalts Bildungssystem auf einem der hinteren Plätze. Betrachtet wird insbesondere der Bereich der Ausbildung im IT-Bereich: Bei der Anzahl der neuen betrieblichen Ausbildungsverträge im IT-Bereich je 100.000 Erwerbstätige liegt Sachsen-Anhalt mit 21 deutlich unter dem Bundesschnitt von 39,7, heißt es. Es gibt auch etwa ein Drittel weniger IT-Hochschulabsolventinnen und absolventen. Zudem falle der verpflichtende Informatikunterricht an den Schulen relativ gering aus.

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