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Orafol-Chef: Fürchte, dass es Bundesregierung zerreißt

Der Unternehmer Holger Loclair hält mit Kritik nicht hinter dem Berg: Die Koalition aus SPD und CDU agiert aus Sicht des Orafol-Inhabers schwach. Für die Union hält er einen anderen Kurs für geboten.

Von dpa

16.09.2026

Der Unternehmer Holger Loclair reagiert teils mit harten Worten auf die Politik der Bundesregierung. (Archivbild) Bernd von Jutrczenka/dpa

Der Unternehmer Holger Loclair reagiert teils mit harten Worten auf die Politik der Bundesregierung. (Archivbild) Bernd von Jutrczenka/dpa

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Der brandenburgische Unternehmer Holger Loclair hat die Politik der schwarz-roten Bundesregierung deutlich kritisiert. „Ich fürchte, dass es diese Koalition eher zerreißt, als dass da noch echte Reformen kommen“, sagte der Gründer des Folienherstellers Orafol in Oranienburg dem Magazin „Focus“. 

Auf die Frage, ob die „Schwäche der schwarz-roten Koalition“ oder das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt gefährlicher für die deutsche Demokratie sei, antwortete Loclair: „Eindeutig Schwarz-Rot.“ Zugleich kritisierte er Forderungen der AfD als reinen Populismus. 

Kritik an CDU-Ministerpräsidenten

Der Unternehmer will nach eigener Aussage weiterhin CDU wählen, bezeichnete im Interview jedoch, die Leistung der CDU sei ungenügend. „Wenn ich dann noch sehe, dass sich die CDU-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst und Daniel Günther für ein AfD-Verbotsverfahren starkmachen, kann ich nur sagen: So gewinnt man Wähler sicher nicht zurück. Das ist geradezu unverantwortlich.“ 

Loclair favorisiert Minderheitsregierung 

Die Union sollte es „endlich mal“ mit einer Minderheitsregierung versuchen, die sich für ihre Vorhaben wechselnde Mehrheiten suche, sagte Loclair. „Am Ende sollte die Sache entscheiden und nicht die Frage, mit wem man auf keinen Fall zusammenarbeiten will. Das wäre für mich persönlich demokratisch. Nur die beste Idee für unser Land zählt.“

Orafol mit Stammsitz in Oranienburg stellt vor allem Spezialfolien etwa für Fahrzeuge, den Innenausbau sowie für Bahn und Flugzeuge her. Das Unternehmen, das aus einem DDR-Betrieb hervorgegangen war, beschäftigt in Oranienburg nach eigenen Angaben etwa 1.300 Menschen - weltweit rund 3.000.