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Niedersachsen bleibt bei Endlagersuche im Fokus

Weniger als fünf Prozent der Landesflächen kommen für ein Atommüll-Endlager noch infrage – Teile Niedersachsens sind darunter. Der Energieminister richtet eine klare Botschaft in den Süden.

Von dpa

27.10.2026

Die BGE mit Sitz in Peine ist dafür verantwortlich, den Standort mit der bestmöglichen Sicherheit für eine Million Jahre für das Endlager für hochradioaktive Abfälle vorzuschlagen. (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa

Die BGE mit Sitz in Peine ist dafür verantwortlich, den Standort mit der bestmöglichen Sicherheit für eine Million Jahre für das Endlager für hochradioaktive Abfälle vorzuschlagen. (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa

© Julian Stratenschulte/dpa

Auf der Suche nach einem deutschen Endlager für hoch radioaktiven Atommüll kommen nach Einschätzung der Experten nur noch weniger als fünf Prozent der deutschen Landesflächen infrage. Teile Niedersachsens gehören weiterhin zu diesen Gebieten, die die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mit Sitz in Peine mit ihren geologischen Bedingungen grundsätzlich für geeignet hält. Länder wie Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen und das Saarland sind dagegen nicht mehr Teil der laufenden Suche, wie aus einer interaktiven Karte auf der Internetseite der BGE hervorgeht. 

Der BUND in Niedersachsen verweist darauf, dass das Land von der Endlagersuche am stärksten betroffen sei. „Vor allem die Tongebiete zwischen Rheine und Braunschweig scheinen im Fokus der BGE zu stehen“, sagte Bernd Redecker als Sprecher des Landesarbeitskreises Atom. Der Ausschluss von Tongebieten zum Beispiel in Süddeutschland komme daher überraschend und erfordere eine ausführliche Begründung durch die BGE. 

Umweltminister verweist auf Bayern

Niedersachsens Energie- und Umweltminister Christian Meyer von den Grünen begrüßte, dass endlich auch in Niedersachsen der ungeklärte Zustand vieler Gebiete von der BGE bewertet worden sei. Mit Blick auf die ablehnende Haltung der bayerischen Landesregierung forderte der Grünen-Politiker: „Kein Bundesland darf sich einer wissenschaftlichen Endlagersuche entziehen“. Auch in Bayern gebe es mögliche geeignete Gebiete, vor allem im kristallinen Wirtsgestein.

Die jetzt neu veröffentlichten Arbeitsstände sind noch keine verbindlichen Ergebnisse, weil die Einengung der Teilgebiete auf Standortregionen erst Ende 2027 erfolgt. Die BGE wird dann zum Abschluss der ersten Phase der Endlagersuche konkrete Regionen für die oberirdische Erkundung vorschlagen. Nach einer eingehenden Prüfung durch Wissenschaftler und das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) entscheidet dann der Gesetzgeber, also der Bundestag, wo es in der zweiten Phase weitergeht.

Bis spätestens 2050 soll ein Lager für rund 27.000 Kubikmeter hoch radioaktiven Atommüll gefunden werden, der in mehr als 60 Jahren Atomkraft-Nutzung angefallen ist. Der Standort soll Sicherheit für eine Million Jahre bieten. Derzeit lagert deutscher Atommüll in sechzehn oberirdischen Zwischenlagern in verschiedenen Bundesländern. Die letzten deutschen Atomkraftwerke gingen im April 2023 außer Betrieb.

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