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Mutmaßlicher Neonazi beschreibt Pläne für „arischen Staat“

Häuserkampftrainings, ein geplanter Umsturz und die Liquidierung von Mandatsträgern: Die Vorwürfe gegen die mutmaßlichen „Sächsischen Separatisten“ wiegen schwer.

Von dpa

30.01.2026

Der mutmaßliche Rädelsführer der „Sächischen Separatisten“ hatte am Montag die Existenz der militanten Neonazi-Gruppe abgestritten. (Archivbild)Sebastian Kahnert/dpa Pool/dpa

Der mutmaßliche Rädelsführer der „Sächischen Separatisten“ hatte am Montag die Existenz der militanten Neonazi-Gruppe abgestritten. (Archivbild)Sebastian Kahnert/dpa Pool/dpa

© Sebastian Kahnert/dpa Pool/dpa

Im Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder der militanten Neonazi-Gruppe „Sächsische Separatisten“ hat der mutmaßliche Rädelsführer Sympathien zu rechtsextremen Ideologien beschrieben. Für den Austritt Sachsens aus der Bundesrepublik habe er schon lange Sympathien gehabt, sagte der mutmaßliche Rädelsführer beim dritten Verhandlungstag im Oberlandesgericht in Dresden. Er beschrieb es als Hobby, Pläne für Gruppen zu entwerfen, so auch in diesem Kontext. 

Chatname von „Star Wars“ und „viertem Reich“ inspiriert

Auch die Bezeichnung „OR 4“, als Name einer der Chatgruppen der mutmaßlichen Neonazi-Gruppe verwendet, habe er sich ausgedacht. Die Abkürzung steht für „Order vier“, inspiriert von der „Letzten Order“ in den „Star Wars“-Filmen. Die Zahl vier habe dafür für ein „viertes Reich“ stehen sollen. Diesen Gedanken beschrieb er als „amüsant“. 

Bereits am Montag hatte sich der Angeklagte als rechts und national beschrieben. Auf Nachfrage der Vorsitzenden Richterin Simone Herberger führte er seine Überzeugungen zu verschiedenen Konzepten wie etwa einem „Arian State“ (deutsch: arischer Staat) oder einem „White Jihad“ (deutsch: weißer Dschihad) aus. 

„Tag X“

Angeklagt sind in dem Prozess acht Männer im Alter von 22 bis 26 Jahren. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen unter anderem Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens vor. 

Laut Anklage waren sie überzeugt, dass ein unbestimmter „Tag X“ mit dem Zusammenbruch Deutschlands bevorstehe. Dabei hätten sie einen möglichst großen Teil Sachsens erobern und dort einen an der Ideologie des Nationalsozialismus ausgerichteten Staat errichten wollen.

Laut Anklage wurde Liquidierung von Amtsträgern geplant 

Dazu habe man eine Liquidierung von Vertretern der staatlichen Ordnung und ethnische Säuberungen geplant. Die Männer hatten laut Bundesanwaltschaft wiederholt paramilitärische Trainings mit Kampfausrüstung absolviert. Dabei sei der Häuserkampf geübt worden. Zudem habe sich die Gruppe militärische Ausrüstungsgegenstände besorgt.

Angeklagte teilweise eng befreundet

Der mutmaßliche Rädelsführer beschrieb sein Verhältnis zu den sieben Mitangeklagten als unterschiedlich. Das engste Verhältnis habe er zu seinem mitangeklagten Bruder, zwei weitere Angeklagte beschrieb er als enge Freunde.

Mit einem weiteren der Angeklagten hatte er demnach Pläne, gemeinsam im Ausland im Sicherheitsdienst zu arbeiten, dafür habe man Kurse in Polen absolvieren wollen. Die restlichen drei Angeklagten, darunter ein AfD-Kommunalpolitiker, an dessen Junggesellenabschied er teilnahm, kenne er schlecht. Er hatte beim Verhandlungstermin am vergangenen Montag die Existenz der Gruppe abgestritten. 

Bis Ende des Jahres sind über 60 weitere Prozesstermine angesetzt.

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