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Mordversuch mit Ameisensäure - 12 Jahre Haft für 27-Jährige

Eine Frau aus Niedersachsen hat ihrem Ex-Mann Säure ins Gesicht geschüttet, um ihn zu töten. Der Mann überlebt den Angriff, erblindet aber nahezu komplett. Das Gericht schickt die Frau in Gefängnis.

Von dpa

13.05.2026

Eine 27-jährige Frau muss für einen Mordversuch mit Ameisensäure für zwölf Jahre in Haft. (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa

Eine 27-jährige Frau muss für einen Mordversuch mit Ameisensäure für zwölf Jahre in Haft. (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa

© Julian Stratenschulte/dpa

Für einen Angriff mit hochkonzentrierter Ameisensäure auf ihren Ex-Partner muss eine 27-jährige Frau aus Niedersachsen für zwölf Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Braunschweig verurteilte die Angeklagte wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerer und gefährlicher Körperverletzung. Dem Opfer, das nach der Tat nahezu komplett erblindete, sprach das Gericht 250.000 Schmerzensgeld zu.

Nach Überzeugung der Strafkammer schüttete die Deutsche im November 2025 ihrem Noch-Ehemann im gemeinsamen Haus im Landkreis Wolfenbüttel hochkonzentrierte Ameisensäure ins Gesicht, um ihn zu töten. Der frühere Partner hatte sich endgültig von ihr trennen wollen und dafür die Scheidung eingeleitet. Der Mann überlebte die Attacke im Keller des gemeinsamen Hauses knapp. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, eine Revision ist möglich. (Az: 9 Ks 112 Js 6742/25 (3/26))

Opfer nach 13 Operationen weiterhin nahezu komplett blind 

Im Prozess hatte die Angeklagte den Mordversuch zurückgewiesen und von einem Kampf um die Flasche mit der Ameisensäure gesprochen, bei dem ein Unfall passiert sei. Die Beweisaufnahme und Zeugenvernehmungen ließen für die Richter nur den Schluss zu, dass die Angeklagte die Säure auf ihren Ex-Partner schüttete. Das Opfer wird nach derzeitigem Stand nach 13 Operationen nicht mehr richtig sehen und nur Hell und Dunkel unterscheiden können. 

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Fall für eine lebenslängliche Freiheitsstrafe plädiert. In Vertretung für das Opfer hatte die Nebenklage zusätzlich gefordert, die besondere Schwere der Schuld festzustellen und dem Mann 250.000 Euro Schmerzensgeld zuzusprechen. Die Verteidigung hatte Freispruch beantragt.

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