Ministerpräsident Schulze: Umfrage ist kein Wahlergebnis
Trotz 41 Prozent für die AfD in einer Umfrage bleibt Sachsen-Anhalts Regierungschef Schulze optimistisch. Wie er auf Erfahrungen von 2021 setzt und warum er Personalpläne der AfD ablehnt.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) warnt davor, dass im Falle einer AfD-Regierung zentrale Posten mit Politikern von außerhalb besetzt werden könnten. (Archivbild)Carsten Koall/dpa
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Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat das Umfragehoch der AfD gelassen zur Kenntnis genommen. Der Wahlkampf fange erst an, sagte der CDU-Politiker in der ntv-Sendung „Pinar Atalay“. Er spiele gedanklich nicht jede Variante durch, etwa wenn die AfD in Sachsen-Anhalt eine absolute Mehrheit erreichen sollte. „Am Ende ist es die Bevölkerung, die entscheidet“, sagte Schulze.
Die Umfragen sähen aktuell nicht gut aus, räumte Schulze ein. „Ich hab aber nicht vor, zu verlieren. Ich hab vor, für mein Land, für Sachsen-Anhalt, zu gewinnen.“ Er sei „ziemlich sicher, dass die Menschen in Sachsen-Anhalt sehr klug handeln werden und sich sehr genau mit dieser Wahl beschäftigen werden und dass die Wahlergebnisse dann anders aussehen können als diese Umfragen“.
AfD in Umfrage deutlich vor der CDU
Schulze sagte, er stehe für harte Arbeit und eine Regierung aus der Mitte. Eine Umfrage sei noch kein Wahlergebnis, vor der Wahl 2021 habe die AfD auch vorn gelegen, das Wahlergebnis habe dann anders ausgesehen, so der Regierungschef. Damals hatte die CDU deutlich vor der AfD gewonnen.
In einer Umfrage des Instituts Infratest dimap lag die AfD in Sachsen-Anhalt zuletzt mit 41 Prozent deutlich vor der CDU (26 Prozent) und den Linken (12). Die AfD benennt eine Alleinregierung als ihr Ziel. Die Landtagswahl ist für den 6. September angesetzt. In Sachsen-Anhalt regiert aktuell ein Bündnis aus CDU, SPD und FDP.
Kritik an Personalplänen der AfD
Schulze äußerte auch Kritik an möglichen Personalplänen der AfD. „Ich bin ziemlich sicher, dass diese Menschen dann nicht aus Sachsen-Anhalt kämen, sondern dass quasi Frau Weidel aus der Schweiz heraus abordnen würde und sagen würde, wer denn in Sachsen-Anhalt Führungskräfte sein sollen“, sagte Schulze mit Blick auf AfD-Parteichefin Alice Weidel. „Ich hab da überhaupt keine Lust drauf.“
Schulze warnte davor, dass im Falle einer AfD-Regierung zentrale Posten mit Politikern von außerhalb besetzt werden könnten. „Die Menschen sollten das schon wissen in Sachsen-Anhalt, was dann auf sie zukäme“, so der CDU-Spitzenkandidat.