Mehr als ein Drittel der Lebensmittelkontrollen fällt aus
In Schleswig-Holstein fiel 2025 mehr als ein Drittel der vorgeschriebenen Lebensmittelkontrollen aus. Dies ergab eine Recherche von Foodwatch. Der Norden ist damit schlechter als der Bundesschnitt.
Für die Recherche hatte Foodwatch nach eigenen Angaben bundesweit rund 400 kommunale Behörden befragt. (Symbolbild)Katharina Kausche/dpa
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Nach Angaben der Verbraucherorganisation Foodwatch sind 2025 in Schleswig-Holstein über ein Drittel der vorgeschriebenen Lebensmittelkontrollen ausgefallen. Wie aus einem Bericht der Organisation hervorging, sind im vergangenen Jahr nur 65,7 Prozent aller Kontrollen durchgeführt worden - 2024 waren es noch 80,5 Prozent. Damit liegt das nördlichste Bundesland leicht unter dem Schnitt. Bundesweit schafften die Ämter rund 71 Prozent aller Überprüfungen.
Für die Recherche hatte Foodwatch nach eigenen Angaben bundesweit rund 400 kommunale Behörden befragt. „Die Ämter schaffen es nicht, ihren gesetzlich vorgeschriebenen Pflichten für den Verbraucherschutz nachzukommen“, hieß es in dem Bericht. Zuvor berichteten die „Kieler Nachrichten“.
Reaktion
Verbraucherschutzministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) sagte dpa, Verbraucherinnen und Verbraucher müssten darauf vertrauen können, dass Lebensmittel sicher sind und die Hygienevorschriften eingehalten werden. Dafür seien zunächst die Unternehmen verantwortlich. Die amtliche Lebensmittelüberwachung vor Ort obliege den Kreisen und kreisfreien Städten. Sie kontrollierten risikoorientiert und in der Regel unangekündigt.
Verbraucherschutzministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) nimmt Stellung zu den Ergebnissen. (Archivbild)Markus Scholz/dpa
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„Die Foodwatch-Auswertung nehmen wir ernst“, sagte Schmachtenberg. Die für Schleswig-Holstein genannte Quote von 65,7 Prozent bezeichne den Anteil der Routinekontrollen aus dem Jahr 2025 an den vorgesehenen Kontrollen. „Sie beruht allerdings nur auf auswertbaren Angaben von 13 der 15 zuständigen Behörden und erfasst weder anlassbezogene Kontrollen aufgrund von Beschwerden oder Verdachtsfällen noch weitere Überwachungsmaßnahmen.“ Die vorliegenden Daten erlaubten daher keine abschließende Bewertung der Lebensmittelüberwachung im Land. Risikoorientierte Lebensmittelüberwachung habe sich bewährt.
SSW stellt große Anfrage
„Mehr als jede dritte vorgeschriebene Kontrolle fällt aus“, sagte der Fraktionschef des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW), Christian Dirschauer. „Und dort, wo kontrolliert wird, stoßen die Behörden auf Schimmel, verdreckte Geräte und ungekühlte Lebensmittel.“ Da stelle sich die Frage, was überall unentdeckt bleibt.
Landwirtschaftsministerin Schmachtenberg müsse offenlegen, wo und warum Kontrollen ausfallen und wie groß die Personalprobleme seien, erklärte Dirschauer weiter. Daher habe die Partei eine große Anfrage mit 80 Fragen an die Landesregierung gestellt.
„Verbraucher müssen sich auf sichere Lebensmittel verlassen können“, betonte der SSW-Fraktionschef. „Und Betriebe, die sauber arbeiten, dürfen nicht die Dummen sein.“ Die Ministerin müsse nun beweisen, ob sie die Lebensmittelüberwachung im Land noch unter Kontrolle hat.