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Mehr als 177.000 Geflüchtete leben in Berlin

„Die Herausforderungen wachsen“: Berlins Integrationsbeauftragte warnt vor einseitigen Debatten und setzt auf einen positiven Blick auf Migration.

Von dpa

18.03.2026

Die Berliner Integrationsbeauftragte Katarina Niewiedzial und ihre Mitarbeiterin Anne-Marie Kortas haben zahlreiche neue Daten zu Geflüchteten in Berlin. Andreas Heimann/dpa

Die Berliner Integrationsbeauftragte Katarina Niewiedzial und ihre Mitarbeiterin Anne-Marie Kortas haben zahlreiche neue Daten zu Geflüchteten in Berlin. Andreas Heimann/dpa

© Andreas Heimann/dpa

Rund fünf Prozent der Berliner Bevölkerung sind Geflüchtete. In absoluten Zahlen entspricht das etwa 177.000 Menschen, davon gut 57.000 aus der Ukraine, wie die Berliner Integrationsbeauftragte Katarina Niewiedzial mit Berufung auf Daten aus dem Ausländerzentralregister (Stand Ende 2025) erläuterte. 

Niewiedzials Mitarbeiterin, die Politikwissenschaftlerin Anne-Marie Kortas, wies darauf hin, dass nicht ganz jeder Dritte der Flüchtlinge (30 Prozent) bereits seit mehr als fünf Jahren in Berlin lebt. Mehr als die Hälfte davon (17 Prozent) ist sogar schon seit mehr als zehn Jahren in der Stadt. 

Unter den Geflüchteten sind allein etwa 43.000 Kinder und Jugendliche sowie 23.300 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren. Auch wer schon volljährig sei, brauche oft Unterstützung, sagte Kortas. 

Wer heute 19 sei, habe unter Umständen mehrere Jahre Kriegserfahrung und die Pandemiezeit hinter sich. Es sei deshalb wichtig, gerade diese Zielgruppe in den Blick zu nehmen. 

Integrationsbeauftragte warnt vor Schlagwortdebatten

Das sieht auch Sviatoslav Shamaida so, der aus der Ukraine geflohen ist. Der 21-Jährige aus Kiew studiert an der Technischen Universität. Er fühle Zerrissenheit und Einsamkeit, sagte er. „Ist das gerecht, dass ich lebe und mein Klassenkamerad kämpft an der Front? Gibt es eine Zukunft für mich? Werde ich hierbleiben?“ 

Diese Fragen stellten sich jeden Tag. Er habe in Berlin gute ukrainische Freunde gefunden - ohne sie hätte er längst aufgegeben, so der 21-Jährige. Er forderte Safe Spaces für ukrainische Flüchtlinge, sichere Orte, an denen sie sie selbst sein könnten.

Ankommen und Integration gehörten zu den komplexesten gesellschaftlichen Prozessen, die man sich vorstellen könne, sagte Niewiedzial. „Die Herausforderungen wachsen.“ Sie warnte davor, Zuwanderung eindimensional zu betrachten. 

Schlagworte wie gescheitere Integration seien falsch. „Für mich ist das Glas immer halbvoll und nicht halbleer“, sagte sie. „Ich möchte, dass wir aufhören, negativ über Migration zu reden.“

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