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Lies: VfL Wolfsburg muss zurück in die erste Liga

Trotz der Krise in der Autoindustrie und dem Abstieg in die zweite Liga steckt VW weiter Millionen in den VfL Wolfsburg. Niedersachsens Regierungschef formuliert eine klare Erwartung.

Von dpa

23.06.2026

Düstere Zeiten beim VfL Wolfsburg: Erstmals seit 1996/97 spielt der Verein zweitklassig. (Archivbild)Swen Pförtner/dpa

Düstere Zeiten beim VfL Wolfsburg: Erstmals seit 1996/97 spielt der Verein zweitklassig. (Archivbild)Swen Pförtner/dpa

© Swen Pförtner/dpa

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies steht hinter dem finanziellen Engagement von Volkswagen beim Fußball-Zweitligisten VfL Wolfsburg und wünscht sich eine schnelle Rückkehr des Absteigers in die 1. Liga. „Richtig ist: Wir können als VW nicht mehr Geld ausgeben, als wir haben. Richtig ist aber auch: Es wäre schon verwunderlich, jetzt zu sagen, der VfL Wolfsburg hat für uns keine Bedeutung mehr“, sagte der SPD-Politiker, der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt, der Deutschen Presse-Agentur. „Im Gegenteil, der VfL muss zurück in die erste Bundesliga.“

Olaf Lies ist als niedersächsischer Regierungschef zugleich Aufsichtsrat bei Volkswagen. (Archivbild)Moritz Frankenberg/dpa

Olaf Lies ist als niedersächsischer Regierungschef zugleich Aufsichtsrat bei Volkswagen. (Archivbild)Moritz Frankenberg/dpa

© Moritz Frankenberg/dpa

Bei einem Engagement wie dem von VW beim VfL Wolfsburg müsse man immer fragen, welchen Benefit es für das Unternehmen gebe. „Da darf man nicht nur die eine Summe sehen, sondern auch, welche Außenwirkung man bekommt“, sagte Lies. Für Volkswagen spiele Sponsoring im Fußball eine große Rolle. „Deswegen wäre es ungewöhnlich, nach dem Abstieg zu sagen, jetzt ist das Interesse von Volkswagen an Wolfsburg und am VfL Wolfsburg nicht mehr gegeben. Das wäre mir zu einfach.“

Die VfL Wolfsburg Fußball GmbH gehört Volkswagen zu 100 Prozent. Der Konzern unterstützt die Profifußball-Gesellschaft, zu der auch das Frauen-Team gehört, mit mehr als 70 Millionen Euro pro Jahr. Darunter fallen verschiedene Posten wie das Trikotsponsoring oder die Namensrechte am Stadion. Schon im Frühjahr hatte der Konzern angekündigt, den VfL auch im Abstiegsfall weiter zu unterstützen.

Niedersachsen erstmals seit 30 Jahren ohne Erstligist

Am Mittwoch (4. Juli) beginnt das Männer-Team der „Wölfe“ die Vorbereitung auf die erste Zweitliga-Saison seit 1996/97. Ebenfalls zum ersten Mal seit 30 Jahren steht Niedersachsen damit ohne einen Verein in der Männer-Bundesliga da.

Was sagt das über den Sportstandort Niedersachsen aus? „Das sagt erst mal nichts aus, weil wir viel mehr sind als nur Fußball-Bundesliga“, meinte Lies. Er verweist auf die weiteren Mannschaften in der zweiten Liga – neben Wolfsburg sind das Hannover 96, Eintracht Braunschweig und der VfL Osnabrück. „Und der Sport ist mehr als nur Fußball“, sagt der Regierungschef. 

Auch im Handball, Rugby, in der Leichtathletik und anderen Breitensportarten habe Niedersachsen viel zu bieten. „Trotzdem habe ich als Ministerpräsident einen Wunsch: Ich möchte, dass wir auch im Fußball wieder erste Bundesliga spielen. Das ist doch gar keine Frage.“

Warum Niedersachsen die Polizeikosten nicht weiterleitet

Die Vielzahl an niedersächsischen Duellen im Unterhaus könnte allerdings auch zu größeren Polizeieinsätzen führen, nachdem zuletzt insbesondere das Derby zwischen Hannover und Braunschweig immer wieder von Ausschreitungen begleitet war. Anders als Bremen gibt Niedersachsen die Polizeikosten jedoch nicht an die Deutsche Fußball-Liga weiter. 

„Mir geht es in der Debatte weniger ums Geld, sondern vielmehr darum, in was für Einsätze wir unsere Polizistinnen und Polizisten schicken“, erklärte Lies. „Was manche sogenannte Fans glauben, tun zu können, ist völlig inakzeptabel. Das hat teilweise absurde Dimensionen angenommen. Das ist eine Belastungssituation für jede Polizistin und jeden Polizisten.“

Deswegen sei es richtig, dass Innenministerin Daniela Behrens (SPD) konsequent durchgreife, sagte Lies über seine Ressortchefin. „Die Vereine müssen jetzt liefern. Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen.“

Behrens hatte zuletzt im Frühjahr an die Fanszenen appelliert, sich mit Gewalttätern in den eigenen Reihen auseinanderzusetzen. „Sie haben ein Problem in ihren eigenen Reihen, und das müssen sie klären“, sagte sie. Andernfalls müssten Politik und Verbände eine Lösung finden.

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