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LNG-Spezialschiff „Energos Force“ zurück in Stade

Eigentlich sollte in Stade längst Flüssigerdgas angelandet werden. Nun ist das Spezialschiff zurück, im November könnte es losgehen. Die Umwelthilfe warnt vor einer Abhängigkeit von US-Fracking-Gas.

Von dpa

15.09.2026

Das Spezialschiff und schwimmende LNG-Terminal „Energos Force“ legt im Industriehafen Stade-Bützfleth an. Daniel Reinhardt/dpa

Das Spezialschiff und schwimmende LNG-Terminal „Energos Force“ legt im Industriehafen Stade-Bützfleth an. Daniel Reinhardt/dpa

© Daniel Reinhardt/dpa

Mit der Rückkehr des Spezialschiffes „Energos Force“ kann der schwimmende Importterminal für Flüssiggas (LNG) in Stade in diesem Herbst in Betrieb genommen werden. Das 294 Meter lange Schiff lief am Dienstagabend in den Industriehafen der Hansestadt ein. Zuvor war es verchartert worden, nachdem es Streitigkeiten um die Fertigstellung des Terminals gegeben hatte. Umweltschützer sehen das Projekt kritisch. 

Für die Inbetriebnahmephase sei die Lieferung von LNG sichergestellt, hieß es von der bundeseigenen Betreibergesellschaft, der Deutschen Energy Terminal Gesellschaft (DET). Im November werde mit einem ersten LNG-Tanker gerechnet. 

„Mit dem Einlauf der „Energos Force“ in Stade wird sichtbar, was Versorgungssicherheit in der Praxis bedeutet“, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) laut Mitteilung. Mit einer Einspeisekapazität von bis zu 3,2 Milliarden Kubikmetern Erdgas im Jahr 2027 werde Stade ein wichtiger Baustein für die Versorgungssicherheit Deutschlands sein. 

Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) wertete die Ankunft als „starkes Signal in energiepolitisch enorm herausfordernden Zeiten“. Gerade Niedersachsen nehme als Energieland mit seiner Infrastruktur und seinen Speicherstandorten seine besondere Verantwortung wahr. „Mit drei LNG-Terminals leistet das Land einen zentralen Beitrag zur Diversifizierung der Gasversorgung.“ 

Umweltschützer kritisieren Abhängigkeit von US-Fracking-Gas 

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) warnte dagegen vor zunehmender Abhängigkeit Deutschlands von US-Fracking-Gas. Das Terminal in Stade sei zur Verteilung des LNG auf dieselben, bereits voll ausgelasteten Fernleitungen angewiesen wie das bestehende LNG-Terminal in Brunsbüttel. 

Es sei deshalb fraglich, ob durch das Schiff in diesem Winter überhaupt zusätzlich Gas eingespeist werden kann. Die DUH forderte die Bundesregierung auf, den Ausbau fossiler LNG-Infrastruktur umgehend zu stoppen. Mit der „Energos Force“ gehe drei Jahre nach der fossilen Ausbau-Offensive im Zuge des Ukraine-Kriegs ein weiteres Stück der „milliardenschweren LNG-Infrastruktur“ in Betrieb, führte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner an. 

Die Bundesregierung dürfe Versorgungssicherheit nicht mit möglichst viel fossiler Infrastruktur verwechseln. „Versorgungssicherheit entsteht durch einen sinkenden Gasverbrauch, erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Speicher und ein diversifiziertes Energiesystem und nicht durch immer mehr LNG-Lieferungen und -Kapazitäten“, sagte er. Die Ankunft des Schiffes sei kein Grund zum Feiern, sondern eine gefährliche Wette auf die Zukunft. 

Viertes staatlich betriebene Terminal in Deutschland 

Das LNG-Terminal in Stade ist das vierte von der DET betriebene LNG-Terminal. Daneben gibt es noch zwei schwimmende Terminals in Wilhelmshaven und eines in Brunsbüttel. Das Rügener LNG-Terminal in Mukran wird von dem Unternehmen Deutsche Regas betrieben. Die Bundesregierung hatte den Aufbau der milliardenschweren Infrastruktur nach dem russischen Angriff auf die Ukraine forciert, um unabhängig von russischen Gaslieferungen zu werden. Mit dem Standort in Stade wird das LNG-Terminalkonzept des Bundes zur Sicherung der Gasversorgung laut DET nun vervollständigt. 

Neben dem schwimmenden Terminalschiff wird in Stade ein landseitiges Terminal zum Import von flüssigem Erdgas geplant. Das wesentlich größere Terminal soll das schwimmende ersetzen und nach früheren Angaben laut Genehmigung bis Ende 2043 mit fossilem Erdgas betrieben werden. 

Flüssigerdgas machte 2025 einen Anteil von rund 10 Prozent an den deutschen Gasimporten aus. Die deutlich größere Importmenge von Gas erreicht Deutschland über Pipelines.

Über das Terminal soll Flüssigerdgas (LNG) importiert werden.Daniel Reinhardt/dpa

Über das Terminal soll Flüssigerdgas (LNG) importiert werden.Daniel Reinhardt/dpa

© Daniel Reinhardt/dpa

Das LNG-Spezialschiff „Energos Force“ (l) fährt in den Stader Industriehafen. Daniel Reinhardt/dpa

Das LNG-Spezialschiff „Energos Force“ (l) fährt in den Stader Industriehafen. Daniel Reinhardt/dpa

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Anleger am Stader LNG-Terminal. (Archivbild)Georg Wendt/dpa

Anleger am Stader LNG-Terminal. (Archivbild)Georg Wendt/dpa

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Das LNG-Spezialschiff „Energos Force“ fährt in den Stader Industriehafen. Daniel Reinhardt/dpa

Das LNG-Spezialschiff „Energos Force“ fährt in den Stader Industriehafen. Daniel Reinhardt/dpa

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