dpa

Konjunktur: Geschäftslage verbessert, Erwartung schlecht

Im Bund stieg die Konjunkturerwartung zuletzt etwas an. Auch Brandenburgs Unternehmen geht es laut einer IHK-Umfrage wieder etwas besser. Dennoch ist der Blick in die Zukunft für viele düster.

Von dpa

27.10.2026

Die Wirtschaftslage hat sich für viele Unternehmer etwas verbessert. (Archivbild)Patrick Pleul/dpa

Die Wirtschaftslage hat sich für viele Unternehmer etwas verbessert. (Archivbild)Patrick Pleul/dpa

© Patrick Pleul/dpa

Die Unternehmen in Brandenburg bewerten ihre Geschäftslage wieder besser. Das geht aus Mitteilungen der Industrie- und Handelskammern (IHK) in Potsdam und Cottbus hervor. Der IHK-Konjunkturklimaindex stieg demnach im Herbst 2026 gegenüber dem Frühsommer um sieben Punkte auf 93 Punkte. „Zur Einordnung: 100 Punkte sind neutral, gelten weder als positiv noch negativ“, sagte ein IHK-Sprecher.

Im Kammerbezirk Cottbus meldeten 28 Prozent der befragten Unternehmen eine gute Geschäftslage. 55 Prozent gaben an, dass sich ihre Geschäfte auf gleichbleibendem Niveau befinden. Demgegenüber standen 17 Prozent, „die im vergangenen halben Jahr ungünstige Geschäfte verzeichneten“.

Unsicherheit bei Investitionen

Trotz der verbesserten Geschäftslage blicken viele Unternehmer pessimistisch in die Zukunft. „Besonders deutlich zeigt sich die Unsicherheit bei den Investitionen: Nur noch 56 Prozent der Unternehmen investieren derzeit“, sagte ein Sprecher der IHK in Potsdam. Einen so niedrigen Wert gab es zuletzt während der Corona-Krise im Jahr 2020. 

„Die Unternehmen kommen zwar besser durch den Alltag, investieren aber immer seltener in ihre Zukunft“, sagte Christian Herzog, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam. Genau darin liege die aktuelle Schwäche der wirtschaftlichen Entwicklung. Das sei ein Warnsignal, so Herzog. „Denn fehlende Investitionen heute bremsen Wachstum, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit von morgen.“

Besonders Industrie und Handel stünden unter erheblichem Druck, fügte der Chef der IHK in Cottbus, André Fritsche, an. Hohe Kosten und eine schwache Nachfrage bremsen ihm zufolge die Unternehmen. Wichtige Investitionen würden verschoben oder ganz gestrichen. „Die Bundesregierung sollte die im Koalitionsvertrag vereinbarten Vorhaben verlässlich umsetzen und das Programm für Aufschwung und Beschäftigung zügig auf den Weg bringen“, betonte Fritsche. Die angekündigte Stromsteuersenkung sei auf alle Unternehmen auszuweiten. Es brauche spürbare Entlastungen.

Karte