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Kollege KI: Wie Künstliche Intelligenz im Finanzamt hilft

Illegale Steuertricks, Datenleaks, massenhafte Unterlagen: Für mehr Effizienz in der Steuerverwaltung und Steuerfahndung setzt Hessen auf KI. Was können die Tools?

Von dpa

14.07.2026

Minister Lorz: „Künstliche Intelligenz ist kein Ersatz für menschliche Expertise, sondern verstärkt sie passgenau.“ (Archivbild)Arne Dedert/dpa

Minister Lorz: „Künstliche Intelligenz ist kein Ersatz für menschliche Expertise, sondern verstärkt sie passgenau.“ (Archivbild)Arne Dedert/dpa

© Arne Dedert/dpa

Sie heißen „Maxi“, „Kibus“ oder „Kicc“ und sollen die Arbeit der Steuerfahnder erleichtern: Hessen setzt in seiner Finanzverwaltung zunehmend auf die Hilfe von KI. „Künstliche Intelligenz ist kein Selbstzweck – sie ist unser Werkzeug, um Steuergerechtigkeit im 21. Jahrhundert durchzusetzen“, erklärte Finanzminister Alexander Lorz (CDU) beim Besuch von Finanzämtern in Gießen und Wiesbaden. „Künstliche Intelligenz ist kein Ersatz für menschliche Expertise, sondern verstärkt sie passgenau.“

„Maxi“ ersetzt mühsames Nachschlagen in Gesetzestexten

Beispielsweise entlaste die KI „Maxi“ die Beschäftigten durch schnelle Recherche in Gesetzen, Handbüchern und internen Dokumenten – und ermögliche so eine zügigere Bearbeitung von Steuerfällen, wie das Ministerium erläuterte. Der digitale Wissensassistent könne zudem komplette Texte aus mehr als 100 Sprachen übersetzen. Mit Blick auf den Datenschutz und Datensicherheit laufen die Programme vollständig in der hessischen Steuercloud auf besonders geschützten Servern in Deutschland, wie das Ministerium erläuterte. 

„Kibus“ hilft bei der Suche nach Verdachtsfällen

„Kibus“ werde eingesetzt, um Steuerhinterziehung systematisch zu erkennen – selbst in Massendaten. Das Tool kann nach Angaben des Ministeriums große Datenmengen auswerten, verborgene Tatbestände aufdecken und komplexe Zusammenhänge in Daten erkennen. „Kibus hilft dabei, Relevantes zu finden – selbst wenn nicht im Voraus klar ist, wonach gesucht wird“, erläuterte das Ministerium. Das sei besonders bei der Auswertung von Datenleaks oder komplexen Steuergestaltungen von unschätzbarem Wert.

Im Kampf gegen Cum-Cum-Deals hilft „Kicc“

Im Ermittlungszentrum Kapitalertragsteuer im Finanzamt Wiesbaden wird „Kicc“ eingesetzt, eine Künstliche Intelligenz speziell gegen Cum-Cum-Geschäfte. Bei Cum-Cum-Deals geht es um illegale Steuervorteile für ausländische Inhaber deutscher Aktien. Hessen als Deutschlands wichtigster Finanzmarktstandort sei besonders anfällig für komplexe Steuergestaltungsmodelle, erläuterte das Ministerium. „Die Datenmengen sind enorm – so sind bildlich gesprochen sieben Schiffscontainer voller Dokumente keine Seltenheit“, erklärte Lorz. „Kicc“ mache diese Flut an Informationen systematisch handhabbar.