Steinmeier würdigt Solidarität nach Ahrtalflut
Fünf Jahre nach der Flut im Ahrtal reist Bundespräsident Steinmeier zum fünften Mal ins Ahrtal. Er sieht Zusammenhalt, aber auch Schmerz. Er kommt mit Betroffenen ins Gespräch.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat einen Kranz niedergelegt.Boris Roessler/dpa-Pool/dpa
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am fünften Jahrestag der verheerenden Flut in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen den Zusammenhalt und die Solidarität nach der Katastrophe gewürdigt. „Ein solcher Jahrestag ist kein einfacher Tag. Man möchte nach vorne schauen, aber gleichzeitig spürt man den Schmerz noch“, sagte Steinmeier bei der Eröffnung der Fotoausstellung „We Ahr Strong. Fünf Jahre, ein neuer Blick“ in Altenahr im Kreis Ahrweiler. In der Kapelle des Friedhofs in Ahrweiler legte Steinmeier zudem einen Kranz nieder.
Die Ausstellung zeigt Porträts von Menschen aus der Region und erzählt unter anderem, was ihnen in der schweren Zeit geholfen hat, worauf sie stolz oder welche Zukunftsvisionen sie haben. Der Bundespräsident unterhielt sich mit einigen der Porträtierten und hörte sich ihre Geschichte an.
„Fünf Jahre später ist der Schmerz und das Leid nicht vergessen. Aber wenn wir hier sind, dann erinnern wir nicht nur an den Ort einer Katastrophe, sondern auch an einen Ort, der ein beeindruckendes Maß an Solidarität erfahren hat“, sagte Steinmeier bei seinem nach eigener Aussage fünften Besuch im Ahrtal. „Wenn wir heute zurückschauen, hat dieser Ort eine furchtbare Katastrophe erlebt, aber er ist auch ein Ort, der für Solidarität steht, für Würde, ich glaube inzwischen auch für Stolz.“
Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) betonte bei der Ausstellung, dass hinter jeder Opferzahl das Schicksal eines Menschen und einer Familie stehe. Das Gedenken und Erinnern sei wichtig, um dem Schmerz Raum zu geben.
„Das Erlebte hat uns verändert“
Die parteilose Landrätin des Kreises Ahrweiler, Cornelia Weigand, hat die Flut miterlebt. „Bis heute sind die Folgen in der Landschaft, in unseren Dörfern und Städten sichtbar, das Erlebte hat auch uns Menschen verändert“, sagte sie in einer Rede bei der Eröffnung. Die Ausstellung zeige, dass von der Flut mehr geblieben sei als Zerstörung. Und doch: „Manche Verluste sind unersetzlich.“ Im Ahrtal sei sichtbar geworden, wie viel Menschen bereit sind, in der Not füreinander zu tun.
Gleichzeitig sieht Weigand die Ausstellung als Mahnung, die Flutkatastrophe nicht zu vergessen. „Egal, wie viel Schutz wir hier bauen und wie viel Raum wir der Ahr flussaufwärts geben: Es wird nicht reichen, um hier die Investitionen, die Anstrengungen der Menschen (...), ausreichend vor einem neuen hundertjährlichen Hochwasser schützen zu können.“ Daher bitte Weigand den Bund um Öffnung der Aufbauhilfefonds für Hochwasserrückhaltebecken.
Die Flut nahm mehr als 180 Menschenleben
Die Flut in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen war eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der jüngeren deutschen Geschichte. Nach Starkregen verwandelte sich die Ahr in eine verheerende Sturzflut, die mehr als 180 Menschen das Leben kostete - 136 in Rheinland-Pfalz und 49 in Nordrhein-Westfalen. Eine Person aus der Ahr-Region gilt bis heute als vermisst. Viele Überlebende kämpfen noch immer mit psychischen Folgen.
Die Flut riss Autos, Häuser und Leben mit sich und zerstörte die Infrastruktur weitgehend. Fünf Jahre nach der Flut ist der Wiederaufbau noch nicht abgeschlossen. Bei Brücken, Schulen, Krankenhäusern und kommunaler Infrastruktur laufen noch zahlreiche Projekte. Die Bahn fährt seit einigen Monaten wieder regulär auf allen Strecken.
Das Staatsoberhaupt wird herzlich im Ahrtal empfangen. Hannes P. Albert/dpa
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Schnieder im Gespräch im Ahrtal. Als die Flut kam, war er noch nicht Ministerpräsident. Hannes P. Albert/dpa
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Die Ausstellung zeigt Porträts von Menschen aus der Region - und auf ihre Hoffnungen für die Zukunft.Hannes P. Albert/dpa
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