dpa

Jeder fünfte tote Wildvogel diesen Winter mit Vogelgrippe

Der seit dem Herbst grassierende Vogelgrippe-Ausbruch trifft auch Vögel in Berlin. Bei den untersuchten Tieren wird eine hohe Quote festgestellt. Die Verwaltung für Verbraucherschutz zieht Bilanz.

Von dpa

01.04.2026

Auf dem Landwehrkanal verendete zahlreiche Schwäne an der Vogelgrippe. (Archivbild)Britta Pedersen/dpa

Auf dem Landwehrkanal verendete zahlreiche Schwäne an der Vogelgrippe. (Archivbild)Britta Pedersen/dpa

© Britta Pedersen/dpa

Bei 100 von 498 untersuchten toten Wildvögeln in Berlin ist in diesem Winter die Vogelgrippe nachgewiesen worden. Das Virus sei in diesem Winter bei Wildvögeln praktisch überall verbreitet, teilte die Senatsverwaltung für Verbraucherschutz auf eine parlamentarische Anfrage der Berliner SPD-Abgeordneten Tamara Lüdke, Linda Vierecke und Turgut Altuğ mit. Die Zahl bildet den Stand vom 5. März wieder.

Unter den Höckerschwänen hatten 34 von 48 getesteten toten Tieren einen positiven Test. Bei den Kormoranen hingegen wurden von 243 getesteten Tieren nur 3 positiv auf das Virus getestet. „Dies könnte darauf hinweisen, dass die Kormorane an einer Kombination von akutem Nahrungsmangel aufgrund von zugefrorenen Gewässern sowie starkem Parasitenbefall verendet sind, während die Höckerschwäne der Vogelgrippe erlagen“, erklärte die Senatsverwaltung. Die Angaben beziehen sich auf den Zeitraum zwischen dem 22. Oktober 2025 und dem 5. März 2026.

In Einzelfällen hätten sich auch Kraniche, Wildgänse, Greifvögel, Möwen, Reiher und Wildenten mit der Vogelgrippe infiziert. 

Größte je dokumentierte Vogelgrippe

Der Subtyp H5N1 ist bei hoher Infektionsdosis prinzipiell auch auf den Menschen übertragbar. Epidemiologen schätzten das Potenzial des Erregers auf den Menschen überzuspringen aber nicht als sehr groß ein, wie die Verbraucherschutzverwaltung erklärt. 

Seit 2022 grassiert die größte je dokumentierte Vogelgrippewelle, die sich über mehrere Erdteile erstreckt. Das H5N1-Virus befällt vor allem Vögel, wurde aber auch bei mehreren Säugetieren gefunden. Eine H5N1-Infektion bei einem Menschen in Deutschland war dem Robert Koch-Institut zuletzt nicht bekannt.