Heidenheim-Frust nach Abseitspech: „Wahnsinn“ und „Blödsinn“
Wieder nichts Zählbares geholt, wieder den Rückstand auf den Relegationsrang nicht verkürzt: Heidenheim taumelt dem Abstieg entgegen. In Frankfurt ist das Team von Coach Frank Schmidt im Abseitspech.
Heidenheims Trainer Frank Schmidt haderte nach der Niederlage in Frankfurt mit dem Pech.Florian Wiegand/dpa
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Profi Sirlord Conteh hinterfragte den Wahrheitsgehalt der halbautomatischen Abseitserkennung, Trainer Frank Schmidt haderte mit dem Pech: Nach dem 0:1 bei Eintracht Frankfurt ist der Abstieg des 1. FC Heidenheim wieder ein Stück näher gerückt. Der Abstand auf den Relegationsplatz beträgt nach dem 13. sieglosen Spiel in Serie in der Fußball-Bundesliga weiter zehn Zähler.
„Ich habe mir immer überlegt - jahrelang, wo ich Trainer war - was erzählen immer die Mannschaften, die unten drin stehen, dass sie immer so viel Pech haben und dass es immer gegen sie läuft“, sagte Schmidt nach dem 26. Spieltag und fügte hinzu: „Jetzt spüre ich es und erlebe es mit meiner Mannschaft, dass es tatsächlich dann auch so ist.“
Conteh: „Das ist nicht mehr Fußball“
In der 68. Minute traf Conteh nach einem Konter zum vermeintlichen Ausgleich für den Verein von der Ostalb, doch der Treffer wurde nach Videoüberprüfung wegen einer hauchdünnen Abseitsposition aberkannt. Nach Ansicht der Bilder stand Conteh beim Zuspiel von Hennes Behrens offenbar um Millimeter in der verbotenen Zone.
Doch wirklich glauben konnte Conteh das nicht. „Das muss mir der Schiri auf jeden Fall erklären. Mit dem Arm kann ich kein Tor schießen, das kann kein Abseits sein. Ich bin nicht der Einzige, der darüber redet: Diese automatische Abseitsfunktion ist völliger Blödsinn, das ist einfach Fakt“, sagte der 29-Jährige dem Pay-TV-Sender Sky. „Das hat nichts damit zu tun, dass wir das Spiel verloren haben. Der Schiri kann auch nichts dafür, das kommt aus dem Keller. Das ist nicht mehr Fußball.“
Schmidt vertraut der Technik - und kann es trotzdem kaum fassen
Als „Wahnsinn“ bezeichnete Schmidt die Millimeter-Entscheidung zuungunsten der Heidenheimer. Im Gegensatz zu seinem Spieler vertraut er aber der Technik. „Man muss dann auch an die Technik glauben und nicht in dem Moment, wo es dann knapp gegen einen geht, sagen: Ja, aber ich hätte es gern lieber ohne“, sagte der 52-Jährige, der sich stattdessen mehr über das inkonsequente Defensivverhalten beim Gegentreffer durch Eintrachts Arnaud Kalimuendo in der 53. Minute ärgerte.
Technik-Diskussionen hin oder her: Auch in Frankfurt zeigte sich einmal mehr, dass die Heidenheimer im Spiel nach vorn einfach zu harmlos sind. In der ersten Hälfte gab es nicht eine einzige nennenswerte Chance für die zumindest in der Verteidigung lange Zeit kompakt stehenden Schwaben. Selbst nach der Gelb-Roten Karte für Eintracht-Kapitän Robin Koch in der 73. Minute wurden die Heidenheimer nur selten gefährlich.
Die Heidenheimer Profis waren nach dem 0:1 in Frankfurt wieder einmal bedient.Florian Wiegand/dpa
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