Frauen sind auf Handelsschiffen deutlich in der Minderheit
Nach Zahlen des Verbands Deutscher Reeder liegt der Frauenanteil derzeit bei 7,2 Prozent. Verbandspräsidentin Bornheim sagt, es gehe auch um die Zukunftsfähigkeit der Branche.
Der Frauenanteil auf See ist niedrig. (Archivbild)Christian Charisius/dpa
© Christian Charisius/dpa
Frauen sind auf deutschen Handelsschiffen deutlich in der Minderheit. Nach Zahlen des Verbands Deutscher Reeder (VDR) liegt der Frauenanteil mit 535 Beschäftigten derzeit bei 7,2 Prozent, wie der VDR aus Hamburg anlässlich eines bevorstehenden internationalen Aktionstags zu dem Thema mitteilte. Im Vorjahr lag der Anteil demnach bei 6,9 Prozent.
Den Aktionstag am 18. Mai gibt es seit 2022. In dem Jahr hatte der Frauenanteil dem Verband zufolge noch bei 5,8 Prozent gelegen. „Der Anteil von Frauen auf See wächst, wenn auch in kleinen Schritten“, sagte Verbandspräsidentin Gaby Bornheim anlässlich der Entwicklung.
Es gehe nicht nur um Chancengleichheit, sondern auch um die Zukunftsfähigkeit der Branche, sagte sie. Vielfalt sei ein entscheidender Faktor im Wettbewerb um Fachkräfte.
Der Verband bezieht sich in der Auswertung auf sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Einer Behörden-Website zufolge besteht grundsätzlich eine Sozialversicherungspflicht für Seeleute, die in Deutschland wohnen und auf Schiffen mit deutscher Flagge unterwegs sind. Nichteuropäer ohne Wohnsitz in Deutschland sind davon weitgehend ausgenommen.
Die meisten Schiffe der deutschen Handelsflotte sind unter ausländischer Flagge unterwegs, weil das günstiger für Unternehmen ist. Ende 2024 lag der Anteil der Schiffe, die nicht unter deutscher Flagge fuhren, bei rund 85 Prozent, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie mitteilte.
Der VDR geht davon aus, dass der Frauenanteil auf Handelsschiffen weltweit im Durchschnitt bei zwei Prozent liegt.