Schnee im Mai - Mehrere Unfälle im Allgäu
Am Wochenende noch Sommer, jetzt wieder Winter: In Bayern fällt - passend zu den Eisheiligen - tatsächlich noch einmal Schnee. Das macht sich auf den Straßen im Süden bemerkbar.
Rund um den Riedbergpass im Allgäu präsentierte sich die Landschaft winterlich weiß.Karl-Josef Hildenbrand/dpa
© Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Es fühlte sich schon so nach Sommer an, doch jetzt kam der Winter noch einmal zurück nach Bayern - und das Mitte Mai. Die Schneefallgrenze sank in den Alpen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) auf 1.000 Meter. In höheren Lagen waren den Angaben zufolge 5 bis 10, in Staulagen in den Allgäuer Alpen sogar um 20 Zentimeter Neuschnee möglich.
In der Folge kam es zu mehreren Unfällen auf Bayerns Straßen. Auch in der Nacht auf Donnerstag könnte es in den Alpen - diesmal erst laut DWD oberhalb von 1.500 Metern - wieder Neuschnee geben.
Unfälle auf schneebedeckter Straße
Im Allgäu kam es nach dem Schneefall zu gleich mehreren Unfällen. So verlor ein 74-Jähriger auf der Autobahn 96 auf schneebedeckter Fahrbahn im Landkreis Lindau die Kontrolle über seinen Sportwagen. Er schlitterte mit dem Auto in den Graben und stieß gegen ein Straßenschild. Laut Polizei entstand ein Schaden von 140.000 Euro. Der Fahrer blieb unverletzt.
Nach zwei weiteren Unfällen binnen weniger Minuten in unmittelbarer Nähe sperrte die Polizei die A96 in Richtung München für etwa eine Stunde. Zuerst rutschte ein 34-Jähriger mit seinem Wagen gegen die Leitplanke. Kurz darauf kam ein 38-jähriger Autofahrer ins Schlittern und überschlug sich mit seinem Wagen. Das Auto blieb auf dem Dach liegen. Der Mann habe sich aber selbst befreien können und sei leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden. Allen drei Fahrern droht laut Polizei ein Bußgeld, da ihre Fahrweise nicht an die Witterung angepasst gewesen sei.
Woanders wurde vor Glätte speziell gewarnt. Wer etwa den Riedbergpass im Oberallgäu mit dem Auto befahren wollte, brauchte dafür Winterausrüstung, wie auf einem Schild zu lesen war. Auch der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor vor Glätte durch Schnee und Schneematsch gewarnt. Noch kälter sollte es nach Angaben eines DWD-Sprechers in der Nacht auf Mittwoch mit verbreitetem Bodenfrost in Süddeutschland werden.
Wetterdienst: Kälteeinbruch im Mai nicht außergewöhnlich
Ein solcher Kälteeinbruch sei natürlich vor allem nach der Wärme des Wochenendes überraschend - aber für Mai nicht völlig außergewöhnlich, sagte der DWD-Sprecher. Es sei „typisch, dass es auch im Mai immer mal diesen Kaltfluss-Einfluss gibt“. Polarluft komme von der Nordsee ins Land. „Das passt ja auch zu den Eisheiligen dieses Jahr.“
Die Eisheiligen sind die Tage vom 11. bis zum 15. Mai. Dabei handelt es sich um eine Bauernregel beziehungsweise einen Volksglauben ohne wissenschaftliche Grundlage. Sie beschreiben ein Wetterphänomen, bei dem nach einer warmen Phase häufig noch einmal kühle Luftmassen und Nachtfrost auftreten können.
Benannt sind die Eisheiligen nach fünf katholischen Heiligen. Vor allem bei Gärtnern gilt die Faustregel, frostempfindliche Pflanzen erst nach dem 15. Mai, der sogenannten „kalten Sophie“, nach draußen zu pflanzen.
Rund um den Riedbergpass im Allgäu präsentierte sich die Landschaft winterlich weiß.Karl-Josef Hildenbrand/dpa
© Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Der Riedbergpass im Oberallgäu war zunächst nur mit Winterausrüstung befahrbar. Karl-Josef Hildenbrand/dpa
© Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Ein solcher Kälteeinbruch ist laut dem DWD nach der Wärme des Wochenendes überraschend - aber für Mai nicht völlig außergewöhnlich.Karl-Josef Hildenbrand/dpa
© Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Noch kälter könnte es in der Nacht auf Mittwoch mit verbreitetem Bodenfrost in Süddeutschland werden. Karl-Josef Hildenbrand/dpa
© Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Die Eisheiligen sind die Tage vom 11. bis zum 15. Mai: Der Kälteeinbruch passt dazu. Karl-Josef Hildenbrand/dpa
© Karl-Josef Hildenbrand/dpa