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Nach Flugzeugabsturz: Trauer um Familie aus Bad Rappenau

Ein geplanter Urlaub endet in einer Katastrophe: Drei Menschen aus der Region Heilbronn sterben beim Absturz eines kleinen Flugzeugs in Namibia. In ihrer Heimat werden sie gewürdigt.

Von dpa

12.05.2026

Bei einem Flugzeugabsturz sterben vier Menschen. (Symbolbild)picture alliance / dpa

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Für die Familie von zwei früheren Top-Managern aus der Region Heilbronn ist ein Namibia-Urlaub zum Alptraum geworden - sie kam bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Nun trauern ihre Wegbegleiter aus Bad Rappenau um das Ehepaar und seinen Sohn. Die Nachricht aus Namibia habe zu großer Bestürzung und Trauer geführt, sagte Bad Rappenaus Oberbürgermeister Sebastian Frei der Deutschen Presse-Agentur. „Die Familie war im Stadtleben präsent und sehr geschätzt.“ 

Neben der Ex-Geschäftsführerin der Dieter-Schwarz-Stiftung, Silke Lohmiller (61), kamen nach Angaben der Schwarz Gruppe auch ihr Mann, der frühere Kaufland-Manager Richard Lohmiller (66), und der 19 Jahre alte Sohn Henry ums Leben. Das Paar hatte in der Schwarz-Gruppe über Jahrzehnte verantwortungsvolle Positionen inne und war eng mit Inhaber Dieter Schwarz verbunden. Auch der deutsche Pilot, der für die Fluggesellschaft Desert Air arbeitete, starb in den Trümmern. 

Touristen waren unterwegs zu berühmten Dünen

Die Deutschen waren am Sonntag als Touristen mit einer Cessna 210 vom internationalen Flughafen der Hauptstadt Windhuk abgeflogen. Der Kleinflieger sollte demnach etwa eine Stunde später auf der privaten Landebahn einer Lodge in der Gegend Sossusvlei landen, er erreichte aber nie sein Ziel. Das Wrack sei am Montagmorgen gefunden worden. Namibische Behörden hätten eine offizielle Untersuchung der Unfallursache eingeleitet, hieß es weiter.

Sossusvlei ist eines der bekanntesten Touristenziele in dem südwestafrikanischen Land, berühmt für seine roten Sanddünen, die zu den höchsten der Welt gehören.

Heilbronner OB: Tragödie ist „grausam und unwirklich“

Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel zeigte sich erschüttert von der Nachricht. Silke und Richard Lohmiller seien „Impulsgeber, Wegbegleiter und vor allem treue Freunde fürs Leben über Jahrzehnte hinweg“, sagte er der „Heilbronner Stimme“. „Wir haben drei besondere und wunderbare Menschen verloren.“ Die Familie habe gemeinsam noch so viele Pläne gehabt. „Umso grausamer und unwirklich ist diese Tragödie“, sagte Mergel. 

Silke Lohmiller war laut Stiftung mehr als vier Jahrzehnte für die Schwarz Unternehmensgruppe tätig, zu der Lidl und Kaufland zählen. 2015 wechselte sie in die Geschäftsführung der Dieter Schwarz Stiftung und verantwortete dort bis 2025 den Bereich Bildung. Ihr Mann Richard Lohmiller arbeitete 40 Jahre bei Kaufland, vor seinem Ausscheiden 2019 als Vorstand und Deutschlandchef. 

Sein Wirken sei über viele Jahre entscheidend gewesen für den Erfolg und das Wachstum des Handelsunternehmens, würdigte ihn die Schwarz Gruppe. Für die Dieter Schwarz Stiftung sagte deren Vorsitzender Geschäftsführer Reinhold R. Geilsdörfer, Silke Lohmillers unermüdlicher Einsatz habe stets dem Ziel gegolten, allen jungen Menschen Zukunftschancen zu eröffnen. „Wir trauern nicht nur um eine geschätzte Kollegin, sondern um einen besonders warmherzigen Menschen, den wir sehr vermissen werden“, fuhr er fort.

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